Aktualisiert 11.06.2011 17:15

Tom Lüthi

«Ich bin fast verzweifelt»

Töffstar Tom Lüthi (24) hat seine lockere Selbstsicherheit verloren. Er kann beim GP von England nur aus der 5. Startreihe losfahren.

von
Klaus Zaugg, Silverstone

Platz 14, 5. Startreihe – ein Rückfall in Zeiten, die eigentlich vorbei sein sollten. Letztmals startete Tom Lüthi vor neun Rennen am 3. Oktober 2010 beim GP von Japan aus einer noch schlechteren Position (16.).

Das Ziel war es, diese Saison die Startpositionen zu verbessern um die gefährlichen Aufholjagden zu vermeiden. Und es schien, als sei dieses Problem gelöst: Nacheinander hat der Emmentaler diese Saison die Startplätze 3, 3, 2, 2 und 4 herausgeholt. Viermal die erste und einmal die zweite Startreihe. Und nun hier in Silverstone dieser Rückschlag in die fünfte Reihe.

«Es ging einfach nicht schneller. Ich bin fast verzweifelt», sagte Lüthi nach dem Training gegenüber 20 Minuten Online. Man habe versucht, die Probleme, die beim letzten GP in Barcelona zum Sturz geführt hatten (zu wenig Bodenhaftung des Hinterrades) zu lösen. «Dieses Problem hatten wir nicht mehr. Aber es passte hier einfach nichts zusammen und ich bin ganz und gar nicht zufrieden. Der Rückstand auf die Spitze ist viel zu gross.»

Schwierige Bedingungen

Was die Sache noch bitterer macht: Die Plätze eins und zwei belegen mit Marc Marquez (Sp, 18) und Scott Redding (Gb, 18) zwei Piloten, die das gleiche Fabrikat (Suter) einsetzen. «Wir kennen ihre Abstimmungs-Daten nicht»,sagt Lüthi. Suter Bikes ganz oben – aber Suter Bikes wie jenes von Tom Lüthi (14.) eben auch hinten oder wie jenes von Dominique Aegerter (31.) oder Andrea Iannonie (33.) ganz hinten.

Noch ist der Pulverdampf der Krise noch nicht aufgestiegen. Die äusseren Bedingungen waren beim Abschlusstraining schwierig: Es sah nach Regen aus und sofort suchen alle eine schnelle Rundenzeit. Der Regen kam dann doch nicht, aber die Asphalttemperaturen fielen um zwei Grad und ein störender Wind kam auf. Es war ein bisschen ein Würfelspiel.

Krummenacher selbstsicher wie nie

Aber Tom Lüthi ist während allen vier Trainings nicht an Randy Krummenacher (21) vorbeigekommen und nun fehlt ihm etwas von der Ruhe und Selbstsicherheit, die ihn am Anfang dieser Saison so stark gemacht hat.

Krummenacher hingegen, bei den ersten zwei GP der Saison noch völlig verunsichert (29. und 28. im Training, zweimal 27. im Rennen), wirkt jetzt so gelassen und selbstsicher wie nie zuvor. Er startet auf der deutschen Kalex als 8. aus der dritten Reihe. Er hat den guten Eindruck aus den drei freien Trainings im Qualifying bestätigt und dem hohen Erwartungsdruck standgehalten. Der Zürcher ist drauf und dran, Tom Lüthis gefährlichster Herausforderer zu werden.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.