26.10.2020 14:17

Verärgerte Notärztin«Ich bin hässig auf alle, die tun, als wäre nichts geschehen»

12-Stunden-Schichten, kaum Pausen, die Infrastruktur ist überlastet – gleichzeitig zweifeln andere an der Existenz des Virus: Auf Facebook macht eine Zürcher Notfallärztin ihrem Ärger Luft.

von
Michelle Muff
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In einem Facebook-Post beschreibt Notfallärztin S. M. ihren momentanen Arbeitsalltag. 

In einem Facebook-Post beschreibt Notfallärztin S. M. ihren momentanen Arbeitsalltag.

Getty Images/iStockphoto
Das Pflegepersonal arbeitet zurzeit hart: «Ich bin heute von 8.00 bis 20.56 unterwegs gewesen. Der allergrösste Teil der Fälle war COVID.»

Das Pflegepersonal arbeitet zurzeit hart: «Ich bin heute von 8.00 bis 20.56 unterwegs gewesen. Der allergrösste Teil der Fälle war COVID.»

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Dass es immer noch Leute gäbe, die an Covid zweifeln, mache M. wütend: «Ich bin nach diesem Tag ehrlich gesagt hässig.»

Dass es immer noch Leute gäbe, die an Covid zweifeln, mache M. wütend: «Ich bin nach diesem Tag ehrlich gesagt hässig.»

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Darum gehts

  • Notfallärztin S. M. erzählt in einem Facebook-Beitrag von ihrem Berufsalltag während der zweiten Welle.

  • Sie sei wütend auf all jene, die an Corona zweifeln.

  • Unter dem Post entflammte eine Diskussion.

  • Die Stimmung ist angespannt. Hast auch du schon wegen Corona wütende Auseinandersetzungen erlebt? Dann melde dich bei uns.

«Ich bin heute von 8.00 bis 20.56 unterwegs gewesen. Der allergrösste Teil der Fälle war Covid. Junge Leute, 23-jährig, nach Luft ringend», beginnt der Facebookpost der Zürcher Notfallärztin S.M. In dem Beitrag erzählt M. von ihrer Schicht vom vergangenen Samstag. «Wir Notärzte reifeln wie gestört. Die Wartenden reihen sich, und es werden immer mehr im Verlauf des Tages.»

Der Dienstleiter müsse entscheiden, welche Fälle neben Corona warten könnten oder wo Patienten überhaupt noch Platz fänden, da teils Intensivstationen bereits überfüllt seien. Dazwischen habe sie «viele, viele» Konsultationen am Telefon. Zusammen mit der Sanität, den Notfallstationen, den Hausärzten und den Pflegenden in all den Institutionen gäben sie alles. «Es war heute herzberührend, zu sehen, mit welcher Hingabe viele ihre Arbeit taten, obschon viel Personal fehlt.»

«Ich mag langsam nicht mehr»

Nach der Arbeit beim Heimfahren mit dem Velo vom HB habe sie an alle gedacht, die an Corona zweifeln oder die aus irgendeinem Grund keine Masken tragen wollen: «Ich bin nach diesem Tag ehrlich gesagt hässig. Auf all jene, die dermassen keine Ahnung haben, oder haben wollen, was hier gerade abläuft – und sich verhalten, als wäre nichts geschehen.» Gleichzeitig arbeiteten sie am Limit ihrer Kräfte: «Ich mag langsam nicht mehr», schreibt die Ärztin.

Der Post von M. schlug hohe Wellen: Innerhalb von zwei Tagen wurde er über 1500 Mal geteilt und 828 Mal kommentiert. Die Stimmung ist nicht nur beim Pflegepersonal angespannt: Unter den zahlreichen Kommentaren, die es zum Beitrag von M. gegeben hat, finden sich viele wütende Meinungen: «Ich bin stinksauer auf diese Vollpfosten von Corona-Leugnern», kommentierte etwa Userin V. S. «Und ich habe selten so einen hasserfüllten Schwachsinn gehört», erwiderte wiederum C. M. auf den Kommentar von S. Userin S. H. schreibt , dass ihr gar schon «der Tod gewünscht» worden sei, nachdem sie ihre Meinung zu Corona vor jemanden geäussert habe, der einen anderen Standpunkt vertreten habe.

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1729 Kommentare
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Mario

27.10.2020, 23:20

Naja da hat die gute Frau Dr. wohl den Falschen Job gewählt.

DenkenAngesagt

27.10.2020, 16:55

Den Regierungen geht es um deine und meine Gesundheit? Das ist der Witz des Jahrhunderts. Darum werden wir über Nahrung, Wasser und die Luft vergiftet?

Jabadi

27.10.2020, 16:38

Hat die Schweiz nur noch Arzteluegner, Viroluegner, Politikoluegner? Ach nicht zu vergessen die Medienoluegner?