Aktualisiert 03.04.2009 11:10

Lewis Hamilton

«Ich bin kein Lügner»

Lewis Hamilton entschuldigte sich für Falschaussagen im Zuge des Nachspiels des Überholmanövers im Grand Prix von Australien. McLaren-Mercedes hat mittlerweile den Sportlichen Leiter Dave Ryan entlassen.

Hamilton und Ryan hatten nach dem Grand Prix von Australien am vergangenen Sonntag vor den Rennkommissären antraben und Stellung zu den Vorkommnissen kurz vor Schluss des Rennens beziehen müssen, als Jarno Trulli im Toyota Hamilton während einer Safety-Car-Phase überholt hatte. Der neue Teamchef Martin Whitmarsh bezichtete Ryan zwar nicht der Lüge. Er begründete die Suspendierung des seit 1974 im Dienst von McLaren gestandenen Ryan aber damit, dass dieser «seinem Arbeitgeber grossen Schaden zugefügt habe».

Die nachträglich der FIA zugetragene Aufzeichnung der Funksprüche zwischen Hamilton und seinen Technikern förderte zutage, dass die Aussagen von Ryan und Hamilton nicht der Wahrheit entsprochen hatten. Die Rennkommissäre waren vier Tage danach in Sepang zum Schluss gekommen, dass sie von der Crew von McLaren «absichtlich in die Irre geführt worden waren».

«Die schlimmste Erfahrung meines Lebens»

Unter anderem war in der Aufzeichnung folgender Dialog zu hören: «Okay, Lewis, du musst den Toyota passieren lassen.» Hamiltons Antwort: «Okay.» Der Titelhalter und Ryan hatten bei der ersten Anhörung in Melbourne indessen verneint, dass es Anweisungen per Funk gegeben habe, den Toyota mit Trulli wieder überholen zu lassen.

Er entschuldige sich in aller Form für das, was er getan habe, sagte Hamilton in Sepang. Der Weltmeister gab zu, ebenfalls nicht die Wahrheit gesagt zu haben. «Es tut mir leid für das Team, für die Fans. Aber ich bin kein Lügner, ich bin ein Teamplayer. Ich begreife erst jetzt, dass es ein grosser Fehler war», zeigte der Engländer Reue. «Das war die schlimmste Erfahrung meines Lebens.» Ob Hamilton wegen seiner Falschaussagen weitere Konsequenzen von seiten der FIA zu gewärtigen hat, wird sich weisen.

Hamilton war nach dem Abhören der aufgezeichneten Funksprüche durch die FIA nachträglich disqualifiziert und Trulli wieder als Drittplatzierter installiert worden. Der Italiener war wegen des angeblich reglementswidrigen Überholmanövers wenige Stunden nach dem Rennen mit einer Zeitstrafe von 25 Sekunden belegt worden, was das Abrutschen im Klassement in den 12. Rang zur Folge gehabt hatte.

(si)

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