Blatter im Interview: «Ich bin kein Mörder»
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Blatter im Interview«Ich bin kein Mörder»

Sepp Blatter spricht Klartext nach seiner Suspendierung. Der 79-jährige Walliser kann in seinem Heimatkanton frisch von der Leber plaudern.

von
heg

Sepp Blatters Interview bei Radio Rottu. <i>(Quelle: Youtube/<a href=" https://www.youtube.com/watch?v=MCknV61Cdhs"_blank">rro Oberwallis</a>)</i>

Am 8. Oktober wurde Sepp Blatter von der Fifa-Ethikkommission für 90 Tage suspendiert. Seither sprach der temporär entthronte Präsident kaum. Am Donnerstag gab er dem Walliser Lokalsender Radio Rottu Oberwallis aber ein ausführliches Interview.

«Der Entscheid durch die Ethikkommission war ein Schock. Man hat in dieser Kommission den Fall Blatter/Platini zu wenig sorgfältig behandelt und zu schnell gehandelt. Dass ich nicht mehr auf ein Fussballfeld darf, ist hirnverbrannt», so Blatter. Obwohl der Entscheid schwer zu verdauen gewesen sei, sei es für ihn auch eine Befreiung. «Momentan geht es mir gut. Ich bin jetzt arbeitslos und habe Zeit für mich.»

Der 79-Jährige hatte Heimvorteil. Kritische Fragen wurden nicht gestellt. Er selbst habe sich nur die Frage gestellt, wie die Leute in Visp reagieren würden, wenn er heimkomme. Er sei überrascht gewesen. «Sie sagten: Sepp, so gut hast du noch nie ausgesehen.»

«Die Vorverurteilung tut weh»

Ausser mit Radio Rottu geht Blatter mit allen anderen Medien hart ins Gericht. «Die Vorverurteilung tut weh. Ich habe niemanden benachteiligt, habe kein Geld gestohlen und bin kein Mörder. Ich wurde von den Medien in der Schweiz abgeschossen, während Platini in Frankreich viel mehr Vertrauen geniesst. Dass solch ein Tsunami auf mich zukommt, hätte ich nicht gedacht.»

Blatter erholt sich nun in seiner Heimat bei seinen Liebsten. «Meine Familie und meine neue Liebe Linda sind eine grosse Unterstützung für mich. Auch innerhalb der Fifa gibt es viele Leute, die mich möglichst schnell zurückhaben möchten.» Wie schnell das sein wird, wird sich zeigen. Der suspendierte Fifa-Präsident hat jedoch eine klare Vision. «Mein Ziel ist es, den Kongress am 26. Februar zu leiten.» Falls dieser nicht verschoben werden sollte, wird dann Blatters Nachfolger gewählt.

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