Sforzas Dernière: «Ich bin mit mir im Reinen»
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Sforzas Dernière«Ich bin mit mir im Reinen»

Mit einem Transparent «Ciao Ciri – Danke für dis GC Herz» verabschiedeten sich die GC-Fans in Bern von Trainer Ciri Sforza. Die Mannschaft tat es mit leidenschaftlichem Fussball und einem 2:2-Auswärtsremis gegen YB.

von
Eva Tedesco

Ciri Sforza nach seinem letzten Spiel als GC-Trainer. (Video: 20 Minuten Online)

Sforza umarmt einen nach dem anderen aus dem Staff. Danach geht der scheidende GC-Trainer zur Fan-Kurve und verabschiedet sich von der kleinen Fan-Gruppe im Gästesektor des Stade de Suisse. Durchnässt, aber mit stolzer Brust tritt Sforza nach drei Jahren als Trainer der Grasshoppers am Samstagabend gegen YB ab. «Ich wünsche der jungen Mannschaft viel Winnermentalität und GC-Herz», sagt Sforza.

Engagiert und leidenschaftlich wie am ersten Tag hatte Sforza zuvor seine Mannschaft über 95 Minuten gecoacht. Er schrie, er gab Handzeichen und feuerte die Spieler an, wenn er das Gefühl hatte, dass einer nachliess. Er tigerte während der kompletten Spielzeit in seiner unnachahmlichen Art in der Coaching-Zone herum oder stand – meist nur kurz – mit verschränkten Armen da und beobachtete das Spiel. Er war zufrieden mit dem was er gesehen hatte.

Unerwarteter Abschied sieben Runden vor Schluss

«Ich habe fünfundneunzig Minuten lang ein GC gesehen, das dominant aufgetreten ist, das zweimal in Rückstand geraten war, zweimal ausgeglichen hat und YB läuferisch und kämpferisch leidenschaftlich Paroli geboten hat», so Sforza an seiner letzten Medienkonferenz. Der Abschied Sforzas kam am Freitag vollkommen unerwartet. Nicht einmal die Mannschaft wusste von den Plänen des Trainers. «Der Trainer hat uns seine Entscheidung am Freitag nach dem Training mitgeteilt», sagt Goalie Roman Bürki. «Wir waren schon etwas überrascht, aber es ist sein Entschluss und den haben wir zu akzeptieren».

Obwohl GC die Saison mit Sforza beenden wollte und dies erst vor zwei Wochen an einer Pressekonferenz so erklärt hatte, zog Sforza nun bereits sieben Runden vor Schluss von sich aus den Stecker. Erklären will er sich nicht. «Das ist meine Entscheidung, dass dies jetzt der Moment ist. Ich bin mit mir im Reinen und die Leute sollen ruhig spekulieren. Aber man muss meinen Entschluss so akzeptieren. Für mich ist der Zeitpunkt richtig um GC, der Mannschaft und den Fans viel Glück zu wünschen.»

Wie weiter mit Sforza?

Wie seine Zukunft aussehen wird, auch das will Sforza nicht verraten. Er bedankt sich bei den Journalisten für die freundliche Nachfrage um sein Befinden und lacht. Dann sagt Sforza: «Um mich muss man sich keine Gedanken machen. Ich werde nun etwas runterfahren und dann schauen wir weiter.» Lacht noch einmal, grüsst freundlich in die Runde und verschwindet mit Medienchef Eugen Desiderato im strömenden Berner Regen.

GC-Goalie Roman Bürki über den Abschied von Trainer Sforza. (Video: 20 Minuten Online)

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