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Warteschlange am Euro-Airport«Ich bin nicht der Einzige, dem der Kragen platzte»

Am Basler Euro-Airport bildete sich am Samstagabend eine lange Menschenschlange vor der Passkontrolle. Gerade mal ein Beamter musste die Passagiere aus fünf Flugzeugen kontrollieren.

von
Oliver Braams
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«Es war eine Zumutung», sagt ein 20 Minuten-Leser. Am späten Samstagabend musste er mit seiner Familie nach einem mehrstündigen Flug aus den Kanaren anderthalb Stunden zubringen, bis er endlich die Gepäckausgabe des Basler Euro-Airports (EAP) erreichte.

«Es war eine Zumutung», sagt ein 20 Minuten-Leser. Am späten Samstagabend musste er mit seiner Familie nach einem mehrstündigen Flug aus den Kanaren anderthalb Stunden zubringen, bis er endlich die Gepäckausgabe des Basler Euro-Airports (EAP) erreichte.

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«Wir wurden durch einen engen Schlauch ohne Lüftung gezwängt», sagt er. «Ich bin nicht der Einzige, dem der Kragen platzte», so der Familienvater.

«Wir wurden durch einen engen Schlauch ohne Lüftung gezwängt», sagt er. «Ich bin nicht der Einzige, dem der Kragen platzte», so der Familienvater.

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«Einige ruften: Skandal! Die Grenzwächter bekamen sicher einiges zu hören», so der Leser.

«Einige ruften: Skandal! Die Grenzwächter bekamen sicher einiges zu hören», so der Leser.

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Darum gehts

  • Ein Reiserückkehrer musste am Basler Euro-Airport anderthalb Stunden vor der Passkontrolle warten.

  • Gerade mal eine Person musste die Ausweise von Hunderten Einreisenden kontrollieren.

  • Die Passkontrolle durch die Französischen Behörden am EAP ist chronisch unterbesetzt.

«Es war eine Zumutung», sagt 20 Minuten-Leser M.E.*. Am späten Samstagabend musste er mit seiner Familie nach einem mehrstündigen Flug aus den Kanaren anderthalb Stunden zubringen, bis er endlich die Gepäckausgabe des Basler Euro-Airports (EAP) erreichte. Denn: «Hunderte von Leuten sind für die Passkontrolle angestanden und gerade mal eine Person hat die Ausweise kontrolliert.»

Der Familienvater hält es für fragwürdig, dass so wenige Kapazitäten aufgeboten werden, während die Passagiere von mehreren Flügen gleichzeitig einreisen wollen. «Als wir endlich das Kabäuschen in Sichtweite hatten, sahen wir, wie sich eine zweite Person anschickt, die Ausweise der Reisenden zu kontrollieren», sagt er. Aber das habe die Reisenden nicht beruhigen können: «Einige riefen: Skandal! Die Grenzwächter bekamen sicher einiges zu hören.»

Derzeit bestehe vor der Passkontrolle ein Provisorium, die Infrastruktur sei entsprechend schlecht ausgebaut: «Wir wurden durch einen engen Schlauch ohne Lüftung gezwängt», sagt er. «Ich bin nicht der Einzige, dem der Kragen platzte», so der Familienvater. Der 38-Jährige vermutet, die Flughafenmitarbeitenden hätten sich bewusst zurückgezogen. «Die wollten aus der Schussbahn.»

Chronisch unterbesetzt

Die Kontrolle an sich hält er für absolut unnötig: «Unser Flug ist ja von Spanien her gekommen, also aus einem Schengen-Land. Man müsste für diese Reise nicht mal einen Pass mit sich führen», sagt er. Und dass eine einzige Person die Ausweise von hunderten Passagieren kontrollieren müsse, sei fragwürdig. «Was ist, wenn hier Vollbetrieb ist?», fragt er. «Ich weiss nicht, ob die hätten damit umgehen können, wenn bei irgendjemandem etwas nicht gestimmt hätte.»

Die Passkontrolle am Basler Euro-Airport ist chronisch unterbesetzt. Wie 20 Minuten berichtete, wirkten sich die langen Wartezeiten in der Vergangenheit bereits negativ auf die Internet-Bewertungen des EAPs aus. Der Flughafen bestätigt, dass es auch am Abend des 2. Januars 2021 mal wieder zu aussergewöhnlich langen Wartezeiten bei der Einreise gekommen ist. Wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilt, kamen «die betroffenen Passagiere von fünf Flügen, die alle gleichzeitig ankamen.» An diesem Wochenende seien die meisten Rückflüge der aktuellen Ferienzeit erfolgt und die Flugzeuge seien gut gebucht gewesen.

Die Verzögerungen sind bei der Überprüfung der Ausweispapiere entstanden, wie es heisst. Da der EAP auf französischem Boden liege, würden bezüglich der Ausweiskontrolle die Richtlinien der französischen Behörden gelten. Als Verantwortlicher für die Infrastruktur betont der EAP aber, dass die erforderlichen sanitären Bedingungen eingehalten worden seien.

* Name der Redaktion bekannt

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387 Kommentare
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Rob3

05.01.2021, 14:32

Ich war einer derjenigen, welcher über eine Stunde lang in einem schmalen provisorischen Schlauch/Gang stehen musste. Sanitäre Bedingungen, keine Spur. Es war vom Austieg aus dem Flugzeug bis nach der Passkontrolle keinerlei Möglichkeit auf die Toilette zu gehen. Die Menschen sind eng aneinander gestanden. Von social distance keine Spur. Wir waren z.B. auf den Kanaran. Überall wurde desinfiziert, klare Ein- und Ausgangsbereiche sind definiert, es gibt eine allgemeine Maskenpflicht auch im Freien. Dort habe ich mich sicher gefühlt. Im Flughafen dann aber nicht mehr.

Grenze zu.

04.01.2021, 08:53

Genau wegen solch Unvernüftigen dürfen wir Corona noch lange genießen. Reisen, Party, Familienkreis, das sind die Ansteckungsherde. Aber nein, man macht Restaurant, Arbeitsplätze und Geschäfte, wo alle Masken tragen, verantwortlich. Grenze zu und nur noch Warenverkehr zulassen.

Zuhausebleiber

04.01.2021, 08:52

Wie wär's mal mit einfach nicht verreisen? Echt so schwierig, mal einmal über Silvester nicht mit dem Flugzeug ins Ausland reisen?