Täter nach Messerattacke: «Ich bin nicht gefährlich»

Aktualisiert

Täter nach Messerattacke«Ich bin nicht gefährlich»

Viermal hat er mit einem Messer zugestochen. Jetzt soll ein Mazedonier zwölf Jahre ins Gefängnis. Der Angeklagte selbst bezeichnet sich als harmlos.

von
Marlene Kovacs

«Ich weiss auch nicht, was an dem Abend mit mir los war», sagte der Angeklagte gestern vor dem St. Galler Kantonsgericht. Der 31-jährige Mazedonier musste sich dort wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verantworten. Im Januar 2007 hatte er in einer Bar in Rorschach einen Gast mit einem Messer zweimal in den Hals und in den Rücken gestochen. Danach habe er den Anwesenden gedroht, dass sie nichts weitersagen dürften. Das Opfer überlebte, war aber monatelang arbeitsunfähig. «Ich habe an dem Tag erfahren, dass meine Freundin schwanger ist und ich die Schweiz verlassen muss», versuchte der Angeklagte gestern seine Tat zu erklären. «Ich bin nicht gefährlich.»

Der Staatsanwalt glaubte ihm nicht und ging nach dem Urteil des Kreisgerichts 2010 in Berufung. Dieses hatte den Mazedonier zu acht Jahren Haft verurteilt. «Er bagatellisiert seine Taten. Einsicht zeigt er keine», so der Ankläger. Deshalb verlangt die Staatsanwaltschaft nun zwölf Jahre Freiheitsstrafe für den Mann. Der Verteidiger hingegen betonte, dass der 31-Jährige bei der Messerattacke schwer alkoholisiert war. Er habe sich auch schon beim Opfer entschuldigt. «Ausserdem muss er nach der Haftstrafe die Schweiz sowieso verlassen», so der Anwalt weiter.

«Ich habe an dem Tag erfahren, dass meine Freundin schwanger ist und ich die Schweiz verlassen muss.»

Der Angeklagte über sein Tatmotiv.

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