10.03.2019 02:09

GC-Trainer Tomislav Stipic«Ich bin nicht hier, um zu jammern»

Nach der Niederlage gegen YB (0:1) blickt Tomislav Stipic frohen Mutes in die Zukunft. Derweil ist der Rückstand von GC auf Xamax auf vier Punkte angewachsen.

von
E. Tedesco

Der positive Einstand Tomislav Stipic ging in letzter Minute bachab. Dennoch ist der neue GC-Trainer guten Mutes. (Video: 20 Minuten)

Noch einmal wirft YB alles nach vorne. Noch ein letzter Angriff. Nur noch wenige Sekunden sind zu spielen. YB-Captain Loris Benito spielt den Ball zu Gianluca Gaudino. Dessen Massflanke verwertet Djibril Sow (95.) wuchtig per Kopf zum Berner Sieg und versaute dem neuen GC-Trainer Tomislav Stipic dessen Einstand in der Super League.

Bei fünf Vereinen (Ingolstadt, Erzgebirge Aue, Stuttgarter Kickers, NT Zhiyun und Frankfurt U19) gab es für den Kroaten mit deutschem Pass vier Niederlagen und ein Remis. Am Samstagabend folgte die nächste Niederlage mit GC. Dabei haben die Hoppers phasenweise eine leichte Aufwärtstendenz gezeigt und hätten durch Nedim Bajrami (55.) den Meister zwingen können, einen Rückstand aufzuholen. Doch der 20-jährige Mittelfeldspieler vergeigte die Topchance kläglich. Obwohl Bajrami aus sechs Metern frei zum Schuss kam, scheiterte er an YB-Keeper David von Ballmoos.

«Mein Business ist, die Taktik vorzugeben»

«Mein Business ist, die Taktik vorzugeben – bis zum Torabschluss. Aber den Ball über die Linie zu drücken, hat nichts mit Taktik und Technik zu tun, sondern einfach mit Psychologie», sagt Stipic nach dem 0:1 gegen den Meister. «Im Training haut er den bestimmt unter die Latte. Der Torabschluss ist ein mentaler Aspekt und an dem werden wir sicher noch arbeiten. Aber ich bin nicht hier, um zu jammern, sondern um Zuversicht auszustrahlen.»

Am Mittwoch ist der 39-Jährige als Nachfolger von Thorsten Fink vorgestellt worden. Bis zum Spiel am Samstagabend hatte er lediglich zwei Trainings und einige wenige Stunden des Kennenlernens zur Verfügung. «Trotz der Niederlage haben wir festgestellt, dass wir in den ersten zwei Tagen schon vieles richtig gemacht haben, dass wir etwas aufgebaut haben – natürlich für die Fans und Medien unsichtbar. Wir sind mit einem guten Gefühl in das Spiel gegangen. Ich habe viele positive Ansätze gesehen, vor allem, dass sich keiner versteckt und alles rausgehauen hat. Wir haben mit Mentalität und Disziplin gut dagegengehalten. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat. Wir werden das Spiel analysieren, ad acta legen und frohen Mutes in die Zukunft gucken.»

Interview: Tomislav Stipic (GC-Trainer) und Manuel Huber (GC-CEO)

(Video: Tamedia)

«Mit tut die Mannschaft so leid»

Trotz Riesenparaden von Heinz Lindner verliert GC gegen YB 0:1. «Mit tut die Mannschaft so leid», sagt der Keeper. (Video: 20 Minuten)

Trotz Riesenparaden von Heinz Lindner verliert GC gegen YB 0:1. «Mit tut die Mannschaft so leid», sagt der Keeper. (Video: 20 Minuten)

Stipic wird noch viel Zuversicht ausstrahlen müssen, um gegen den Abstieg anzukommen, denn die Zukunft sieht aktuell wenig rosig aus. Nach dem Spiel erreichte die Hoppers zur Enttäuschung der späten Niederlage auch noch die Botschaft aus Neuenburg, dass Xamax Sion 3:1 geschlagen hat. Der Vorsprung der Neuenburger auf die Tabellenletzten, die Hoppers, ist 12 Runden vor Schluss von einem Punkt auf vier Zähler angewachsen.

«Wer auf den anderen Plätzen gewinnt oder verliert, können wir nicht beeinflussen», sagt Stipic. «Es gibt viel Geflüster, viele Stimmen und jeder hat seine eigene Wahrheit. Ich habe auch meine Wahrheit und die soll zählen. An der sollen sich die Jungs jetzt festhalten, weil die sie nie im Stich lassen wird. Ich bin ihr Coach und ich glaube an meine Mannschaft. Wir marschieren weiter.»

Vorerst Richtung Wallis. Am Samstag trifft GC auf Sion. Bis dahin hat Stipic eine Woche Zeit, noch viel mehr richtig zu machen. Damit es dann mal für den ersten Sieg seit über vier Monaten reicht.

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