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Amanda Knox«Ich bin nicht pervers!»

Die wegen Mordes an einer britischen Studentin verurteilte Amerikanerin Amanda Knox hat unter Tränen zum Ende des Berufungsprozesses in der italienischen Stadt Perugia ausgesagt.

von
kle

In Perugia wird eine Jury voraussichtlich heute entscheiden, ob das Mordurteil von 2009 aufrechterhalten wird. Beim Eintreffen im Gerichtsgebäude machte Amanda Knox einen angespannten Eindruck. In einem gefüllten Gerichtssaal beteuerte die 24-Jährige in ihrer letzten Rede an das Gericht erneut ihre Unschuld.

«Ich habe weder getötet noch vergewaltigt», sagte Knox im perfekten Italienisch. Knox legte während ihres Appells an die acht Jurymitglieder häufige Atempausen ein und kämpfte mit den Tränen. «Ich habe eine Freundin auf die schlimmste, brutalste und unfassbarste Weise verloren», sagte sie über den Mord an der 21-jährigen Britin Meredith Kercher, mit der sie sich während eines Studiums in Perugia eine Wohnung geteilt hatte.

«Ich war nicht dort»

«Ich bin nicht die Person, die alle meinen. Ich bin nicht sadistisch, ich bin nicht pervers.» Kercher wurde am 1. November 2007 in ihrem Schlafzimmer erstochen. Ihre Leiche wurde einen Tag später entdeckt. «Sie hatte ihr Schlafzimmer neben meinem, sie wurde in unserer eigenen Wohnung getötet», sagte Knox weiter in ihrer heutigen Rede. «Wenn ich an diesem Abend dort gewesen wäre, wäre ich tot. Aber ich war nicht dort.»

Sie wolle nicht für etwas bestraft werden, das sie nicht getan habe. «Ich will mein altes Leben zurück. Ich will zurück nach Hause, ich bin unschuldig und Raffaele ist es auch.» Sie habe grossen Respekt vor dem Gericht, sagte sie zum Schluss, aber sie sei «nicht Merediths Mörderin», sie wolle «nur Gerechtigkeit».

Ein Urteil im Berufungsprozess wird nach 20 Uhr erwartet. Bei der Urteilsverkündung soll auch die Familie der ermordeten Kercher anwesend sein.

(kle/sda)

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