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Knackeboul in Rage«Ich bin nicht stolz darauf, Schweizer zu sein»

Der Schweizer Rapper sorgt mit seinem politischen Statement auf YouTube für Furore. Im Videoclip zerpflückt er das Schweizer Asylwesen.

von
zve

Ernste Töne im Video des Gute-Laune-Rappers Knackeboul. Themen wie Patriotismus, Armut und Ausbeutung werden diskutiert. Der Moderator nimmt Stellung zu politischen Themen, vor allem zum Schweizer Asylwesen. Es scheint, als würde ein kleiner Politiker in dem Beatboxer schlummern. Das Video erzielte innerhalb einer Woche 72'577 Klicks und fast 900 Kommentare wurden dazu verfasst. Asyl – ein Thema, das die Gemüter erregt und für Diskussionen sorgt.

Eine Facebook-Seite, welche sich gegen Asylsuchende und Ausländer richtet, veranlasste den Schweizer dazu, seine Meinung in einem Video zu äussern. Immer wieder beteuert David Kohler, so Knackebouls bürgerlicher Name, wie gut es uns in der Schweiz doch gehe. Später sagt er im Video: «Ich bin nicht stolz darauf, Schweizer zu sein, ich bin froh darum, hier geboren zu sein, eine gute Bildung genossen zu haben und in Sicherheit leben zu können», denn die Geburt sei für ihn ein Mysterium, für welches man nichts könne.

«Ich bin in erster Linie Mensch und nicht Schweizer»

Beim Thema Wohlstand geht Knackeboul mit der Schweiz hart ins Gericht. «Wir profitieren von Konflikten, Diktatoren und Ungerechtigkeiten. Unsere Banken basieren auf Ausbeutung.» Die Schweiz verdiene paradoxerweise Geld am Leid der anderen. Im Video nimmt der 31-jährige Moderator auch noch Stellung zur Aufnahme von syrischen Flüchtlingen. «Im Fall Syrien haben Nachbarländer schon über 100'000 Flüchtlinge aufgenommen, obwohl es den Ländern selber nicht gut geht, und in der Schweiz wird gejammert, wenn die Rede von ein paar Hundert oder Tausend Flüchtlingen ist, denen es sichtlich schlecht geht.»

«All das hat nichts mit links oder rechts zu tun, allein mit gesundem Menschenverstand und Empathie»

Links und rechts waren aber bei der gestrigen Podiumsdiskussion des Jugendsenders Joiz ein Thema. Jungpolitiker der JSVP, Jungfreisinnige, SP und der Jungen Grünen sowie auch Flüchtlinge waren am Gespräch beteiligt. Anwesend war auch Beat Meiner, Generalsekretär der Flüchtlingshilfe Schweiz. Immer wieder wurden Meinungen via Facebook eingebracht und diskutiert. Marco Giglio von der JSVP verglich beispielsweise den Flüchtling mit einem Gast, den man bei sich zu Hause aufnimmt. Falls sich dieser nicht zu benehmen weiss, wird er rausgeschmissen. Ob ein Bunker und acht Franken am Tag gastfreundlich sei, fragte einer aus dem Publikum. Beide Seiten waren sich einig, dass Asylgesuche schneller behandelt werden müssen.

Hier die zweite Stellungnahme von Knackeboul:

(Quelle: Youtube/KNACKEBOUL23)

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