Rykka am ESC: «Ich bin schweizerisch, auf eine komische Art»
Aktualisiert

Rykka am ESC«Ich bin schweizerisch, auf eine komische Art»

Rykka tritt für die Schweiz beim «Eurovision Song Contest» an. Die Kanadierin mit Schweizer Wurzeln über Heimat, Ambitionen und die Party nach dem Sieg.

von
Neil Werndli

Gegen fünf Kandidaten setzte sich Rykka am Samstagabend in der Entscheidungsshow durch. Die 29-Jährige fährt mit «The Last of Our Kind» im Mai zum ESC nach Stockholm. Nach Céline Dions Sieg im Jahr 1988 soll es erneut eine Kanadierin richten.

Wenige Stunden nach dem grossen Sieg wirkt Christina Rieder, wie Rykka richtig heisst, müde. Sie betont, es sei erst der Morgen danach und sie habe auf viele Fragen noch keine Antwort. 20 Minuten hat mitten im Sturm mit der Sängerin gesprochen.

Gratulation, Rykka. Konntest du schlafen?

Ja, ich habe nur noch mit meinem Team ein bisschen gefeiert. Meine Schwester und ein paar Freunde sind extra aus Kanada gekommen. Aber im ersten Moment war ich absolut sprachlos.

Was würdest du als deine Heimat bezeichnen? Die Schweiz oder Kanada?

Beides. Ich wurde in Vancouver geboren, mein Grossvater kommt aus der Schweiz, aber ich selber wohne erst seit ein paar Jahren hier.

Einige 20 Minuten-Leser hätten sich mehr Swissness gewünscht.

Ich bin doch schweizerisch, einfach auf eine etwas komische Art. Wir haben uns in Vancouver in der Schweizer Gemeinschaft bewegt, typische Schweizer Kleidung getragen und die Traditionen sehr gepflegt.

Erzähl mir etwas über deinen Song «Last of Our Kind».

Den Song habe ich in Vancouver mit ein paar Freunden geschrieben. Und wir hatten ihn von Anfang an als ESC-Song geplant und auch dafür geschrieben. Es ging alles sehr schnell: Innerhalb eines Tages war der ganze Song fertig.

Du warst die offensichtliche Wahl. Hand aufs Herz: Fandest du die anderen Kandidaten gut?

Die waren alle so nett! Die Energie im Backstage-Bereich war grossartig. Vor allem dank Kaceo: Die haben uns alle unterhalten. Ich habe die Kandidaten ja schon bei den Proben gehört – sie haben alle sehr gute Arbeit geleistet.

Wie fändest du es, eine Band wie Kaceo, die den Contest offensichtlich nicht ernst nehmen, antreten zu lassen?

Nur weil man sich albern benimmt, heisst das noch nicht, dass man etwas nicht ernst nimmt. Aber es liegt nicht an mir, die Acts zu beurteilen.

Dein Ziel ist es, in Stockholm zu gewinnen?

Ja, ich komme aus einer sehr ehrgeizigen Familie. Meine Mutter war mal die beste Baseball-Pitcherin in ihrer Liga. Ich habe früh gelernt, immer mein Bestes zu geben.

Die Schweiz hat in den letzten Jahren eher schlecht abgeschnitten. Viele Leser fordern, dass wir gar nicht mehr am ESC teilnehmen sollten.

Oh, das ist gemein! Kommt schon! Das kann doch nicht sein. Dafür gibt es viel zu viele tolle Musik und talentierte Menschen in der Schweiz.

Rykka performt bei der ESC-Entscheidungsshow ihren Song «The Last of Our Kind». (Quelle: SRF)

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