Dabu Fantastic: «Ich bin sexuell nicht so auf der Schmerzseite»
Aktualisiert

Dabu Fantastic«Ich bin sexuell nicht so auf der Schmerzseite»

In ihrer ersten Single-Auskoppelung des neuen Albums besingen Dabu Fantastic Sex ohne Liebe. Mit 20 Minuten sprach Dabu Bucher über sein erstes Mal, seine Vorlieben im Bett und Tinder.

von
Lorena Sauter

Auf eurer neuen Single «Angelina» singt ihr von einer Liebe, die nicht länger hält als eine Nacht.

Dabu Bucher: In «Angelina» besinge ich meine Jugendliebe von der Sek, die ich zwar angehimmelt habe, die aber unerreichbar war. Es geht darum, was man sich im Kopf wünscht, wovon man träumt. Mein Teenie-Schwarm war magic, himmlisch – darum übrigens auch der Lied-Name.

Konkret geht es um unverbindlichen Sex. Du selbst bist in einer langjährigen Beziehung. Wie hältst du es mit der Treue?

Ich bin ein treuer Hund. Der Gedanke an persönliche Angelinas aber bleibt dennoch. Der Wunsch nach einem leidenschaftlichen Abenteuer kennt doch jeder – auch wenn man in einer Beziehung ist. Auch wenn man es nicht macht und es nur die Gedanken sind, die manchmal verrückt spielen. Der Gedanke an frischen Sex ist schon geil!

Apropos leidenschaftlicher Sex. Wann hattest du dein erstes Mal?

Ziemlich spät, mit 19 Jahren mit meiner damaligen Freundin. Das war aber nicht so berauschend. Der erste Sex ist doch wie Velofahren: Es gelingt einfach «uhuere nöd».

Was ist denn guter Sex für dich?

Definitiv dann, wenn – langfristig gesehen – beide auf ihre Kosten kommen. Man sollte locker und offen mit dem Thema umgehen und darüber reden können.

Dein No-Go beim Sex?

Ich selbst bin nicht so auf der Schmerzseite. Das muss ich nicht haben. Sonst bin ich relativ offen. Ach ja, und Sex an verrückten Orten wird übrigens überbewertet (lacht).

Unverbindlicher Sex wird ja je länger je mehr als normal angesehen. Was hältst du von Dating-Apps wie Tinder, die den schnellen Sex begünstigen?

Da geht doch der ganze Rock'n'Roll verloren. Das ganze Drumherum, der Nervenkitzel, das Rausgehen und Ansprechen – das alles fehlt. Zudem fehlt die Geschichte, die ein Paar verbindet.

Wie meinst du das?

Man braucht doch als Paar eine Legende, die man auch noch den Enkelkindern erzählt. «Ich habe damals betrunken mit dem Velo fast deine Mutter angefahren und sie so kennengelernt» – das ist mehr Rock'n'Roll als «wir haben gematcht». Maschinen machen das Leben weniger lustig.

Was macht für dich eine gute Beziehung aus?

Meine Werte haben sich geändert. Je älter ich werde, desto wichtiger werden mir meine Freiheiten. Ich mag es, wenn meine Freundin nicht an jedes Konzert kommt, ich auch mal allein schlafen kann und auch Abende nur mit den Jungs habe. Zusammenziehen ist deshalb auch noch kein Thema. Kurz: Ich will mich jedes Mal auf sie freuen können.

Zurück zu «Angelina». Was ist euer Ziel?

Dass wir den Leuten einen Sommersong mit auf den Weg geben können, der ihnen guttut. Und wir möchten die Message verbreiten: Fühlt euch frei – auch wenn ihr Dinge nicht macht, daran zu denken, ist absolut okay. Ziel ist es, dass langjährige Paare an unseren Konzerten Händchen haltend die Zeile singen: «Ufenand gahts aber näbenand nöd».

Das Album «Drinks» von Dabu Fantastic erscheint am 2. September.

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