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Video-Talk«Ich bin stolz, die Schweiz zu repräsentieren»

In einem Interview mit 20 Minuten Online nimmt Whitney Toyloy Stellung zu den jüngsten Verbal-Angriffen auf ihre Person und erklärt, was für sie persönlich Mulitkulti bedeutet.

Interview: Oliver Baroni, Thierry Délèze / 20 Minuten Online
Video: Mathieu Gilliand

«Bitte die Schuhe ausziehen - meine Mutter hat die Böden geputzt!» Mit diesem Satz begrüsst Miss Schweiz Whitney Toyloy die angereiste Crew von 20 Minuten Online. Ein Novum: Das erste Missen-Date in Socken. Hier einige Ausschnitte aus dem zugleich auf Deutsch und Französisch geführten Interview:

Gleich zu Beginn gab die sympathische Kantonsschülerin zu Protokoll: «Ich fühle mich als Schweizerin und ich bin sehr stolz die Schweiz zu repräsentieren.» Die rassistischen Anfeindungen aus der rechten Ecke waren nicht spurlos an ihr vorbeigegangen.

20 Minuten Online: In den letzten Tagen gab es aus der rassistischen Ecke Anfeindungen gegen dich. Wie reagierst du darauf?

Wir sind in der Schweiz - einer Demokratie - also dürfen alle sagen, was sie wollen. Ich habe gelernt, dass ich besser nicht alles lese, was über mich in den Zeitungen geschrieben wird. Insofern ist mir eine solche Äusserung ziemlich egal. Ich habe sowieso keine Zeit alles zu lesen. Da verbringe ich lieber Zeit mit meiner Familie. Ich muss nicht auf jeden Angriff reagieren.

Seit der Wahl wurdest du oft als «Miss Multikulti» bezeichnet. Was bedeutet das für dich?

Wenn ich in der Stadt bin oder bei mir in der Schule, sehe ich, dass die meisten meiner Kollegen zwar Schweizer sind, zugleich aber auch Wurzeln in einem anderen Land haben. Ich finde das sehr schön. Die Mentalität – meine Mentalität – ist schweizerisch, aber ich komme zugleich aus Amerika. Es ist lustig, dass mein Vater, ein Amerikaner, nun Englisch mit einem Schweizer Akzent spricht. Das macht unsere Schweiz aus : Wir sind alle Schweizer, haben oft aber ausländische Wurzeln. Das ist sehr wichtig für die Schweiz – und ich mag das.

Die Chance, dass du nach dem Jahr als amtierende Miss Schweiz noch mit deinem Freund zusammen bist, ist statistisch eher gering. Macht dir das Angst?

Nein. Meist ist ja der Mangel an Zeit ein Problem für die Beziehung. Mein Freund ist beruflich viel unterwegs. Wir sind also schon daran gewöhnt.

Wieviele Whitney-Houston-Platten gibt es in eurem Haus?

(lacht) Es gibt schon einige. Aber das war nicht der Grund für meinen Namen. Meine Mutter wollte einen besonderen, aber keinen exotischen Namen für mich.

Aufgrund technischer Probleme konnte das Gespräch nicht wie vorgesehen live übertragen werden. Auszüge des Interviews gibt es in obigem Video.

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