Greis in Syrien: «Ich bin überwältigt!»

Aktualisiert

Greis in Syrien«Ich bin überwältigt!»

Vergangenen Mittwoch spielte Greis als erster ausländischer Rapper überhaupt ein Konzert in Damaskus, Syrien. Im Gespräch mit 20 Minuten Online zeigte sich der Rapper überwältigt von dem Erlebnis.

«Es war unglaublich! Im Publikum standen in der ersten Reihe total vermummte Frauen neben solchen mit tiefen Ausschnitten, 6-Jährige feierten zusammen mit 80-Jährigen. Und alle gingen gemeinsam ab. Der Wahnsinn!» Man hört der Stimme von Greis an, dass ihn dieser Gig nachhaltig beeindruckt hat. «Man muss sich vorstellen: Wir spielten im grössten Veranstaltungsraum der Stadt. Und da haben kaum 500 Leute Platz.» Syrien ist kein freies Land, es herrscht Diktatur.

Das Konzert fand im Rahmen eines alljährlich stattfindenden internationalen Festivals der Francophonie statt. «Dort konkurrieren Frankreich und die Schweiz darum, wer die coolsten Events auf die Beine stellen kann. Die Eidgenossen schickten uns als Rap-Delegation», erzählt Greis über die Hintergründe des Gigs. «Vor zwei Tagen spielten wir in Jordanien, jetzt in Syrien.»

In diesen vier Tagen hätten sie so viel erlebt, wie sonst in vier Wochen, sprudelt es aus Greis heraus und: «Mit meinem nächsten Album will ich unbedingt in den besetzten Gebieten touren.»

Greis, der für seine ausgeprägten politischen Ansichten bekannt ist, zeigt sich nicht zuletzt auch schwer beeindruckt davon, wie in diesen Ländern mit den riesigen Flüchtlingsströmen umgegangen wird: «Syrier, Palästinenser, Jordanier und Iraker leben hier auf engstem Raum zusammen - und es geht irgendwie. Allein in den letzten Jahren sind 1,4 Millionen Iraker nach Syrien geflüchtet. Was wir in der Schweiz für Migrations-Diskussionen haben, steht da in überhaupt keinem Verhältnis dazu.»

www.bscene.ch

Kommenden Samstag tritt Greis mit Drummer JJ.Flück, der mit ihm in Syrien war, am BScene-Festival in Basel auf. Weitere Infos: www.bscene.ch

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