Aktualisiert 01.06.2011 10:22

Xamax-Besitzer

«Ich bin weder Mörder noch Dieb»

Bulat Tschagajew, der neue starke Mann von Xamax, wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Spieler mit dem Tod bedroht zu haben. Er habe sich bei seiner Ansprache auf einen schwer kranken Jungen bezogen.

von
fum
Kurz nach dieser Aufnahme ist es in der Xamax-Kabine offenbar zum Eklat gekommen: Der neue Besitzer Bulat Tschagajew (rechts) soll seinen Spieler gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie nicht besser spielten.

Kurz nach dieser Aufnahme ist es in der Xamax-Kabine offenbar zum Eklat gekommen: Der neue Besitzer Bulat Tschagajew (rechts) soll seinen Spieler gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie nicht besser spielten.

Die Geschichte ist für die liebliche Schweizer Fussballwelt fast zu unglaublich, um wahr zu sein: Da stürmt Bulat Tschagajew, der neue Besitzer von Neuchâtel Xamax, in der Pause des Cupfinals in die Mannschaftskabine und kritisiert die Spieler aufs Schärfste. Wie das Westschweizer Fernsehen TSR berichtet, soll der Tschetschene «I will kill you all» in die Runde geschrien haben. Daraufhin sei es zu Handgreiflichkeiten zwischen ihm und Torhüter François Bénédik gekommen.

«Ich habe diese Worte nie ausgesprochen», sagt Tschagajew nun in einem Interview mit «Le Matin». Er habe sich bei seiner Ansprache auf ein SMS eines jungen Xamax-Fans bezogen, der im Spital liege und mit dem Tod ringe. In diesem Sinn habe er den Spielern gesagt, dass sie den Jungen töten werden, wenn sie nicht für ihn kämpften. «Und dann habe ich angefügt, dass es an ihnen liege, für ihn zu sterben – das ist alles», so Tschagajew.

«In Tschetschenien humanitär tätig»

Der milliardenschwere Geschäftsmann wehrt sich auch gegen den Vorwurf, er habe sein Vermögen mit undurchsichtigen Geschäften erworben. «Ich bin weder Mörder noch Dieb», so Tschagajew. Er habe während seiner Karriere keine einzige Person absichtlich getäuscht, Schwarzgeld kenne er nicht. Überhaupt sei er in seiner Heimat Tschetschenien überwiegend humanitär tätig.

Ganz offensichtlich – Interviewanfragen beantwortet er sonst nur sehr zurückhaltend – versucht Tschagajew, die Wogen in Neuenburg zu glätten. In der Tat dürften ihm die Skandalmeldungen nicht helfen, sein bereits stark angekratztes Image aufzuwerten. Von den Mitarbeitern der Xamax-Geschäftstelle darf er allerdings keine Rückendeckung erwarten – er hat sie kurzerhand alle entlassen.

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