Aktualisiert 18.10.2017 11:45

Juso-Chefin Funiciello

«Ich bin wunderschön»

SVP-Nationalrat Thomas Matter vergleicht Juso-Präsidentin Tamara Funiciello mit einem Michelin-Männchen. Jetzt meldet sie sich zu Wort.

von
bz
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Im «Quiz der Woche» von SVP-Nationalrat Thomas Matter fragt eine Stimme aus dem Off: «Woher kommt das Michelin-Männchen?»

Im «Quiz der Woche» von SVP-Nationalrat Thomas Matter fragt eine Stimme aus dem Off: «Woher kommt das Michelin-Männchen?»

Screenshot/Facebook
Zur Auswahl stehen folgende Antworten: Ex-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (SP), ...

Zur Auswahl stehen folgende Antworten: Ex-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (SP), ...

Screenshot/Facebook

Unlängst schlug SVP-Nationalrat Thomas Matter Juso-Präsidentin Tamara Funiciello vor, in ihr Heimatland Italien zurückzukehren und ihre Ideologie dort auszuleben. Doch damit nicht genug.

In seinem neusten Video-Post auf Facebook schreckt er vor persönlichen Attacken gegen Funiciello nicht zurück. In seinem «Quiz der Woche» fragt eine Stimme aus dem Off: «Woher kommt das Michelin-Männchen?» Zur Auswahl stehen folgende Antworten: Ex-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (SP), der französische Reifenhersteller Michelin – und Tamara Funiciello, illustriert mit einem Oben-ohne-Foto aus ihrer Aktion für den Women's March, bei der sie ihren BH verbrannte.

Kurz darauf folgt ein kurzer Einblender von SVP-Nationalrat Toni Brunners schallendem Gelächter. «Die Auflösung dieses Quiz können Sie selber bewerkstelligen auf all meinen Kanälen, Facebook, Instagram, Youtube. Es nimmt mich wunder, was Sie dazu schreiben», beendet Matter das Video süffisant lächelnd.

«Wie armselig ist das denn?»

Auf Twitter reagieren Politikerinnen und Politiker der SP entsetzt. «Was alles können sich SVP-Nationalräte eigentlich noch erlauben??», schreibt SP-Nationalrätin Mattea Meyer. SP-Chef Christian Levrat: «Wenn Nationalrat Matter noch einen Funken Würde hat, entschuldigt er sich oder dann macht er Platz.» SP-Nationalrat Cédric Wermuth findet: «Wie armselig ist das denn??? SVP-Millionär Matter vergreift sich total. So nicht!»

«Ich bin überhaupt nicht zu weit gegangen»

Matter verteidigt sich im «Blick»: «Das ist doch keine Beschimpfung. Mir ist einfach unweigerlich das Michelin-Männchen in den Sinn gekommen, als ich Frau Funiciello oben ohne sah.» Die Bernerin sei selbst schuld, wenn sie nackt posiere. «Ich lasse mich auch nicht oben ohne fotografieren, sonst würde man meinen Ranzen sehen – und den könnte man auch humoristisch thematisieren.»

Konfrontiert mit den negativen Twitter-Reaktionen sagt Matter zu 20 Minuten: «Ich bin mit dem Quiz überhaupt nicht zu weit gegangen. Die SP-Leute haben offenbar den letzten Funken Humor verloren, wenn sie für solche Spässchen kein Verständnis haben.» Er habe viele positive Feedbacks erhalten. «Wer das Video gesehen hat, kann darüber schmunzeln.» Es hätten sich auch schon Leute ein Spässchen mit seiner Figur erlaubt. «Jemand sagte mir einmal, ich hätte kein Sixpack, sondern ein Onepack.» Selbstverständlich werde er sich auch in Zukunft mit humorvollen Vergleichen dieser Art nicht zurückhalten.

«Dann verändern wir die Welt»

Inzwischen hat die Juso-Chefin auf Facebook Stellung genommen. Darin warnt sie vor dem Schönheitswahn und schreibt: «Ich bin wunderschön.» Sie schreibe das «einfach so, ohne zu relativieren, mich entschuldigen oder herumdrucksen. Versucht es auch.

Fühlt sich gut an. Und dann, ja dann, verändern wir die Welt.»

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