15.08.2019 18:30

Quentin Tarantino

«Ich bohre in der Nase und gebe das auch zu»

«Once Upon a Time in Hollywood» ist Quentin Tarantinos (56) neunter Film. Nach dem zehnten wollte er eigentlich Schluss machen. Wir haben ihn in Berlin gefragt, ob er das ernst meint.

von
cat

Quentin, Leonardo DiCaprio singt in «Once Upon a Time in Hollywood» – musstest du lachen, als du das gedreht hast?

Da habe ich natürlich nicht gelacht, weil ich kaum glauben konnte, dass er das macht. Man will ja nicht einen Schmetterling verscheuchen, indem man ihn anzufassen versucht. Immer, wenn ich diese Szene sehe, kann ich es kaum glauben, dass er sie gemacht hat. Aber sonst wird bei meinen Drehs viel gelacht.

Hast du viel recherchiert?

Ja, ich habe mich sehr mit der Manson Family beschäftigt. Ich bin ja in Los Angeles aufgewachsen, deswegen wusste ich schon ein bisschen etwas über den Kult. Ich hatte für eine Weile aufgehört, am Buch zu schreiben, weil ich nicht wusste, wie sehr ich mich Charles Manson nähern wollte. Doch dann habe ich weitergemacht.

Kritiker bezeichnen deinen Film als Liebesbrief an Hollywood. Wie siehst du die Zukunft der Filmindustrie?

Ich habe keine Ahnung! Aber es ist aufregend. Hollywood weiss gerade nicht, wo es hingehen wird. Aber: In solchen Situationen ist unsere Branche meistens am kreativsten.

Du bist in Hollywood aufgewachsen. Was ist deine erste Erinnerung an diesen Ort?

Das Grauman's Chinese Theatre. Mein Stiefvater und meine Mutter gingen mit mir 1969 da hin. Wir schauten «Butch Cassidy and the Sundance Kid». Ich kann mich auch noch gut an den Walk of Fame erinnern.

Willst du wirklich nach deinem zehnten Film Schluss machen?

Ja, das ist der Plan. Ich weiss aber noch nicht, was mein letzter Film sein wird. Ich habe mit Uma Thurman gesprochen, sie mochte meine Idee für einen dritten Teil von «Kill Bill». Mal sehen. Aber vielleicht wird es auch etwas ganz anderes.

Was wirst du machen, wenn du keine Filme mehr drehst?

Weiterhin schreiben. Romane und Bücher über Filme zum Beispiel. Und Theaterstücke. Die könnte ich dann auch gleich inszenieren.

In «Once Upon a Time in Hollywood» wird viel geraucht. Was ist eigentlich dein Laster?

Ich bohre in der Nase. Das machen alle, aber ich habe wenigstens die Eier, das zuzugeben.

«Once Upon a Time in Hollywood» (Sony Pictures) läuft jetzt im Kino.

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