Gelson Fernandes: «Ich brauchte eine Schlaftablette»
Aktualisiert

Gelson Fernandes«Ich brauchte eine Schlaftablette»

Einen Tag nach dem historischen Erfolg kann der Torschütze das Erreichte noch nicht ganz einordnen. Ob das Team in der Kabine feierte, wusste er auch nicht. Er hatte anderes vor.

von
Reto Fehr
Vanderbijlpark

Gelson Fernandes ist bisher unbestritten der Schweizer Aufsteiger der WM. Als Ersatzspieler angereist, wird er mindestens als Torschütze und «Man of the match» gegen Spanien zurückreisen. Was ging ihm durch den Kopf, als er das 1:0 erzielte? «Es ist verrückt, ich weiss es nicht. Vielleicht realisiere ich es am Ende meiner Karriere.» Diese dürfte für den St-Etienne-Spieler noch einige Jahre dauern. Fernandes ist erst 23-jährig. «Das war mein bisheriger Karrierehöhepunkt», sagt er denn auch, «aber ich hoffe, nicht mein letzter. Ich bin noch jung.» Sein Tor zu beschreiben fällt ihm schwer: «Es war kein schöner Treffer, aber ich erziele nicht viele Tore.»

Der Mittelfeldspieler ist natürlich gut aufgelegt. Auch von Trainer Ottmar Hitzfeld gabs Lob. Er hat sich beim Essen zurück in Vanderbijlpark an die Mannschaft gewendet: «Hitzfeld sagte, dass wir etwas Grosses geleistet haben und wir jeden schlagen können.» Und was meint Gelson dazu? «Er hat recht.» Der Walliser gerät in Schwärmen, wenn man ihn auf seinen Trainer anspricht. «Er braucht den Erfolg und will ihn unbedingt. Das kann er auch gut dem Team weitergeben.»

Dopingtest statt Feier in Kabine

Ohne Frage war es für den jungen Fussballer eine aufregende Nacht. Wie schläft man nach so einer Leistung? «Ich konnte nicht schlafen. Ich ging zum Arzt und bat ihn um eine Schlaftablette. Es hat traumhaft gewirkt», lacht Fernandes. Dabei hatte er gar nicht wirklich Zeit zum Feiern. Was in der Kabine nach dem Spiel abging, wusste er nicht. «Ich war bei der Dopingkontrolle.» Und danach im Bus oder im Flugzeug? «Da waren alle müde.»

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