Aktualisiert 19.12.2009 17:29

Seltene Krankheiten«Ich dachte, das Fieber-Thermometer ist kaputt»

Noch vor zwei Wochen war Yasmin Hernandez aus St. Petersburg in Florida eine aktive und vitale Frau. Heute ringt sie aufgrund einer rätselhaften Erkrankung mit dem Tod.

von
rre

Ihr Körper ist mit Brandblasen übersät, die Haut löst sich ab oder ist an vielen Stellen stark gerötet. Ein Feuer war es nicht, das Yasmin Hernandez aus St. Petersburg in Flordia (USA) so zurichtete. Vielmehr ist es das «Feuer», das im Inneren ihres Körpers lodert und so zu den schweren Hautverletzungen am ganze Körper führt: Die fünffache Mutter leidet unter Toxischer epidermalen Nekrolyse - auch Lyell-Syndrom genannt.

Allergische Reaktion auf bestimmte Wirkstoffe

Ausgelöst kann die seltene Krankheit durch die Einnahme bestimmter Medikamente werden: «Durch Arzneien wie Antibiotika, entzündungshemmende Präparate, aber auch Psychopharmaka kann es zum Ausbruch kommen», erklärt Dr. Joette Giovinco, Medizin-Journalistin bei «Fox 13». Dabei handelt es sich um eine schwere zytotoxische allergische Reaktion auf bestimmte Wirkstoffe. Eine schwere Nebenwirkung, die zum Glück äusserst rar ist. Doch wenn, dann trifft sie die Betroffenen mit voller Härte - so auch Hernandez: Genau wie bei anderen Patienten mit Lyell-Syndrom ist ein grosser Teil ihrer Haut geschädigt. Vermutlich ist die Reaktion auf die Einnahme eines Medikaments zurückzuführen, das Hernandez zur Behandlung einer bipolaren Störung einnahm.

Eine Überlebenschance von 30 Prozent

Hernandez' schwere Erkrankung begann vor rund zwei Wochen: Ihr Ehemann brachte Sie zum Arzt, nachdem sie plötzlich hohes Fieber bekam: «Ihre Temperatur war beim Messen derart hoch - ich dachte, das Fieber-Thermometer ist kaputt», sagte Benjamin Hernandez in einem Interview mit dem TV-Sender «my FOX». Den Kindern hat er nicht erzählt, wie schlecht es um ihre Mutter steht: Yasmin Hernandez hat nur eine 30-prozentige Überlebenschance.

Hilflos ausgeliefert

Benjamin Hernandez weiss: Falls es seine Frau schafft, wird sie noch lange intensive Pflege benötigen. Dann ist die Familie auf Spendengelder angewiesen. Doch an finanzielle Nöte mag der Familienvater im Moment nicht denken: «Ich fühle mich so ausgeliefert. Seit zehn Jahren ist sie meine Ehefrau und ich kann nichts tun, um ihr zu helfen.»

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