Medizinstudenten sauer - «Ich darf im Club ohne Maske Party machen, aber nicht in den Hörsaal»
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Medizinstudenten sauer«Ich darf im Club ohne Maske Party machen, aber nicht in den Hörsaal»

Vorlesungen der medizinischen Fakultät der Uni Basel werden weiterhin nur online abgehalten. Studierende sind verärgert, die Universität beschwichtigt.

von
Lukas Hausendorf
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Der Hörsaal bleibt leer: Die Vorlesungen für Medizinstudierende finden auch im kommenden Herbstsemester nur online statt.

Der Hörsaal bleibt leer: Die Vorlesungen für Medizinstudierende finden auch im kommenden Herbstsemester nur online statt.

Uni Basel
«Als Medizinstudentin würde ich mir nichts mehr wünschen, als endlich wieder in den Hörsaal zu dürfen, denn schliesslich darf ich am Wochenende im Club ohne Maske Party machen, aber meine Bildung bleibt auf der Strecke», sagt eine Studentin, die sich an 20 Minuten wandte.

«Als Medizinstudentin würde ich mir nichts mehr wünschen, als endlich wieder in den Hörsaal zu dürfen, denn schliesslich darf ich am Wochenende im Club ohne Maske Party machen, aber meine Bildung bleibt auf der Strecke», sagt eine Studentin, die sich an 20 Minuten wandte.

20min/Taddeo Cerletti
Gemäss geltendem Schutzkonzept der Universität Basel dürfen Hörsäle für Vorlesungen bis zur Hälfte belegt werden.

Gemäss geltendem Schutzkonzept der Universität Basel dürfen Hörsäle für Vorlesungen bis zur Hälfte belegt werden.

Tio/20 Minuti (Symbolbild)

Darum gehts

  • Präsenzvorlesungen sind an der Uni Basel wieder möglich.

  • Die Medizinische Fakultät hält ihre Vorlesungen aber weiterhin nur online ab, sehr zum Ärger von vielen Studierenden.

  • Die Uni stützt den Entscheid der Fakultät. Gruppenarbeiten würden aber in Präsenz stattfinden, betont sie.

Die Vorlesungen an der medizinischen Fakultät der Universität Basel werden auch im kommenden Herbstsemester nur online abgehalten. Dies teilte das zuständige Studiendekanat den Studierenden am Dienstag mit. Und diese sind gar nicht glücklich darüber. Mehrere Briefe und Umfragen von den Studierenden, die klar zum Ausdruck gebracht hätten, dass die Rückkehr in den Hörsaal erwünscht sei, seien nicht berücksichtigt worden, schreibt eine Studentin an 20 Minuten.

Sie verweist auch auf einen Brief von 44 Chefärztinnen und -ärzten des Universitätsspitals Basel, die sich Ende Juni in einem Brief an das Dekanat für Präsenzveranstaltungen ausgesprochen hatten. Mitunterzeichnet hatte diesen Brief auch der Infektiologe Manuel Battegay, der an der Uni als Professor lehrt und Mitglied der Corona Wissenschafts-Taskforce des Bundes ist.

«Als Medizinstudentin würde ich mir nichts mehr wünschen, als endlich wieder in den Hörsaal zu dürfen, denn schliesslich darf ich am Wochenende im Club ohne Maske Party machen, aber meine Bildung bleibt auf der Strecke», sagt die Studentin. Nach bald zwei Jahren des Zuhause-Sitzens sei es nicht mehr aushaltbar und zudem habe sie die Mehrheit ihrer Mitstudierenden nie kennengelernt.

Vorlesungen zu gross für alle Studierenden

Gemäss geltendem Schutzkonzept der Universität Basel dürfen Hörsäle für Vorlesungen bis zur Hälfte belegt werden. Zusätzlich gilt die Maskenpflicht. Das, führt der Sprecher der Universität Matthias Geering an, sei auch der Grund, weshalb die Vorlesungen der Mediziner nur online abgehalten werden. «Das sind so grosse Vorlesungen, da hätte es gar keinen Platz für alle Studierenden», erklärt er. Bei Vorlesungen sei Präsenz auch nicht so wichtig, weil das ja Frontalunterricht sei. Der Entscheid der medizinischen Fakultät sei darum ganz im Sinne der Universitätsleitung. Bei der Erstellung des aktuellsten Schutzkonzepts liess sich die Uni auch von Battegay beraten.

Vorlesungen seien zudem nur ein Teil des Studiencurriculums. «Alle Gruppenarbeiten finden in Präsenz statt», betont Geering.

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