Aktualisiert 18.05.2008 20:40

«Ich empfinde die SVP nicht als Männerpartei»

Mit Yvette Estermann (41) aus Kriens steht erstmals eine Frau an der Spitze der Luzerner SVP-Kantonalpartei. 20 Minuten traf die gebürtige Slowakin.

Wie haben Sie die Wahl am letzten Donnerstag gefeiert?

Yvette Estermann: Ich habe einen Blumenstrauss und zahlreiche Gratulationen entgegengenommen. Vor lauter Glückwünschen habe ich aber glatt vergessen, auf die Wahl anzustossen. Ich hoffe, dass wir das bald nachholen können.

Welche Themen wollen Sie im Kanton Luzern angehen?

Yvette Estermann: Wir wollen vehement gegen die Schulharmonisierung HarmoS und gegen Gross­fusionen kämpfen. Ausserdem wollen wir auch für ­nationale Vor­lagen vermehrt auf die Strasse gehen und die Bürger direkt und persönlich ­informieren.

Wie wollen Sie sich in der männerdominierten SVP behaupten?

Yvette Estermann: Ich empfinde die SVP nicht als Männerpartei. Es gibt einen klaren Trend zu mehr Frauen in unserer Partei. Aber es ist schon so: Eine Frau muss sich immer mehr anstrengen als ein Mann. Intelligente ­Leute akzeptieren allerdings sowohl Frauen als auch Männer, solange sie gute Arbeit leisten.

Wie stehen Sie zu Bundes­rätin Eveline Widmer-Schlumpf?

Yvette Estermann: Mit ihrer Wahlannahme und den Gesprächen hinter dem Rücken der Partei hat sie uns Frauen in der SVP geschadet. Ich bin deshalb klar für einen Ausschluss ihrer Bündner Kantonalpartei aus der SVP Schweiz.

mfe

Eine steile Polit-Karriere

Die neue Luzerner SVP-Kantonalpräsidentin Yvette Estermann (41) wurde in der heutigen Slowakei geboren und lebt seit 15 Jahren in der Schweiz. Vor neun Jahren wurde sie eingebürgert. Seither hat die Mutter eines 13-jährigen Sohnes in der Politik eine steile Karriere hingelegt: Sie wurde als erste Luzerner SVP-Frau 2005 in das Kantonsparlament und 2007 in den Nationalrat gewählt. Nach der Wahl am Donnerstag wird sie nun für vier Jahre die ­Geschicke der Kantonalpartei leiten.

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