Roger Schawinski: «Ich erwarte vom Bakom Antworten»
Aktualisiert

Roger Schawinski«Ich erwarte vom Bakom Antworten»

Radio-1-Inhaber Roger Schawinski stellt dem Bund kritische Fragen zum Energy-Deal. Von einer Klage sieht er ab.

von
Roman Hodel

Roger Schawinski, was ärgert Sie vor allem am Energy-Deal?

Roger Schawinski: Ich bin einfach sehr erstaunt über das ganze Konzessionsverfahren. Es kann doch nicht sein, dass jemand zwei Konzessionen für das gleiche Gebiet erhält und mehr als ein Jahr nichts unternimmt – trotz Betriebspflicht. Und dann macht man Kasse.

Hätte Scaglione nie zwei Konzessionen erhalten dürfen?

Nein. Er war offensichtlich weder willens noch finanziell in der Lage, zwei Sender zu lancieren.

Werden Sie klagen?

Nein, das Bakom hat ja erstaunlicherweise bereits erklärt, dass die Sache gegessen ist. Ich will nichts verhindern.

Warum nicht?

Energy soll senden können. Aber ich erwarte Antworten auf meine Fragen.

Zum Beispiel?

Ich will wissen, welche Zusicherung das Bakom hat, dass Radio Energy die im Konzes­sionsgesuch von Radio Monte Carlo gemachten Aussagen punktgenau einhält. Das ist deshalb interessant, weil das Programmkonzept von Radio Monte Carlo das genaue Gegenteil von demjenigen von Energy ist: Kein Sauglattismus, keine Mainstreammusik, Nachrichten in vier Sprachen und vieles mehr.

Wird das Bakom den Deal durchwinken?

Nach den total negativen Stellungnahmen vor allem der Regierungen von Stadt und Kanton Zürich bin ich echt gespannt.

Scaglione kontert Vorwürfe

Der Verkäufer der Radiokonzession von Monte Carlo an Energy, Giuseppe Scaglione, sagt zu Schawinskis Vorwürfen: «Absolut absurd.» Eine Konzessionsübertragung sei im Gesetz ausdrücklich vorgesehen. «Auch waren wir nicht über ein Jahr untätig.» Man habe wegen der fehlenden Funkkonzession zuwarten müssen. «Finanziell hätte ich problemlos zwei Radios auf einmal starten können.» Den geplanten Verkauf kritisiert nicht nur Schawinski: Auch Stadt und Kanton Zürich sowie die Radios Zürisee und Lora lehnen den Handel in Stellungnahmen ans Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ab.

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