Interview mit Johnny Depp: «Ich esse rohen Aal und denke viel»
Aktualisiert

Interview mit Johnny Depp«Ich esse rohen Aal und denke viel»

Johnny Depp ist im Film «Pirates of the Caribbean 4» auf der Suche nach einem sagenumwobenen Jungbrunnen. Ob er auch privat nach ewiger Jugend strebt, verrät er 20 Minuten.

von
M. Bernard
Cannes

Der Trailer zum vierten Teil von Pirates of the Caribbean.

Im neuen Pirates (Video) dreht sich alles um die ewige Jugend. Finden Sie den aktuellen Jugendwahn manchmal nicht auch beängstigend?

Johnny Depp: Auf jeden Fall. Es gibt diese seltsame Besessenheit jung zu bleiben. Ich fühle in mir immer noch die gleiche Energie wie mit 17 Jahren, dafür mit dem Erfahrungsschatz eines deutlich älteren Mannes. Diese Distanz, Perspektive und Erfahrung zu besitzen, ist wundervoll.

Seit fast zehn Jahren schlüpfen Sie in die Rolle des exzentrischen Piraten Jack Sparrow und sind kaum älter geworden. Viele der Stunts (Video) machen Sie immer noch selber. Was ist Ihr Geheimnis?

Ich esse rohe Aal und denke viel, das ist alles (lacht). Nein, eigentlich kenne ich den Grund nicht. Ich sehe mein Gesicht jeden Morgen beim Zähneputzen und Rasieren, da sieht es nicht so jung aus. In Bezug auf mein Aussehen, bin ich daher nicht so optimistisch wie andere.

Sie werden also nicht jünger, aber dafür vielleicht immer cooler?

Das Gefühl habe ich auch. Rückblickend konnte man mit 21 wohl kaum seinen Namen buchstabieren, später lebt man sich ein und einige Verpflichtungen fallen weg. Man realisiert, dass manche Dinge gar keine Bedeutung haben und man erlangt ein tieferes Verständnis dafür, worum es im Leben eigentlich geht.

Sie präsentierten den Film in Cannes (Video) unweit von Ihrem Haus in Frankreich. Da soll es keinen Telefonanschluss haben. Ist das der Pirat in Ihnen, der sich von der modernen Welt zurückzieht?

Keine Ahnung, ob das der Pirat Jack in mir ist. Unser Zuhause in Frankreich birgt eine gewisse Einfachheit. Manchmal kann man dort nicht sagen, ob man sich im Jetzt befindet, in der Mitte des 19. Jahrhunderts oder zu Beginn des 16. Ich liebe das sehr an unserem Heim. Telefongeklingel, Faxe und Computer, damit möchte ich einfach nichts zu tun haben.

«Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten» startet am 19. Mai 2011 in den Deutschschweizer Kinos.

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