Toy-Story-3-Animator: «Ich fand die Schweiz immer Wahnsinn»
Aktualisiert

Toy-Story-3-Animator«Ich fand die Schweiz immer Wahnsinn»

Mit «Toy Story», «Findet Nemo» oder «Cars» setzt Pixar neue Massstäbe für Animationsfilme. Der Deutsche Animator Bernhard Haux arbeitet als Character Technical Director in dem renommierten Studio in San Fransicso.

von
Philipp Portmann

<b>«Toy Story 3» startet am 29. Juli in den Deutschschweizer Kinos.</b>

Bernhard Haux, Pixar ist bekannt für seine hervorragenden Animationsfilme. Wie gross ist da der Erwartungsdruck an «Toy Story 3» (Video)?

Bernhard Haux: Ja, ich kann mir gar nicht vorstellen wie das für die Regisseure sein muss. Sie werden nominiert und müssen dann die Serie fortsetzen. Das muss ein unheimlicher Druck sein. Ich warte immer noch darauf, dass mal ein Film von Pixar nicht so gut wird, aber darauf kann ich wohl noch lange warten. Wir setzten alles daran, dass wir das Beste aus den Filmen machen. Man merkt, dass jeder Regisseur sein Herzblut und Jahre seines Lebens hineingibt. Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb die Filme immer gute Chancen auf Erfolg haben, weil sich jeder damit identifiziert.

Pixar Filme sind erfolgreicher als andere Animationsfilme anderer Studios und glänzen mit einem ganz speziellen Humor (Video). Was macht Ihr besser als die Konkurrenz?

Ich glaube nicht, dass es darauf eine einfache Antwort gibt. Pixar macht Filme, die aus dem Interesse der Regisseure entstehen. Sie sagen, welche Geschichte sie schon immer erzählen wollten und glauben an den Film und nicht an das, was das Publikum darüber denken könnte. Das kann man daran sehen, dass Pixar auch einen Film wie Nemo gemacht hat. Welches Animationsstudio hätte davor einen abendfüllenden Film mit Fischen gemacht? Oder mit Autos? Und diese Filme sind alle erfolgreich geworden. Pixar verlässt sich nicht darauf, was das Publikum will, sondern darauf, was sie selbst für richtig halten. Und da merken die Leute einfach, dass es sehr authentisch ist und von Herzen kommt.

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Du hast Verwandte in der Schweiz und kommst auch gerne her. Was gefällt dir an der Schweiz besonders?

Ich bin nicht so oft in der Schweiz, wie ich es gerne wäre. Wir sind früher häufig zum Skifahren ins Engadin gefahren und haben dann auch unsere Verwandten in der Nähe von Zürich besucht. Ich fand die Schweiz immer Wahnsinn. Was ich anhaltend in meiner Erinnerung habe, sind die Zugfahrten durch die Schweizer Berge, in diesen alten Zügen, die dann durch wunderschöne Gegenden fahren. Das würde ich gerne mal wieder machen. Mit einem Zug durch die Schweiz gondeln, in einem Skigebiet aussteigen und Skifahren.

Finden sich solche reale Erinnerungen wie die aus der Schweiz in den Animationen (Video) von Filmen wie Toy Story 3 wieder?

Ja, klar. Auf jeden Fall. Ich selbst schreibe hier zwar nicht, daher fallen meine Erinnerungen nicht so ins Gewicht wie beispielsweise die von Michael Arndt, der das Drehbuch geschrieben hat. Aber da ich von der Filmhochschule komme und selbst Filme gemacht habe, glaube ich, man kann gar nicht anders als sich auf seine eigenen Erinnerungen verlassen und seine eigenen Gefühle auf Erlebnisse projizieren, die andere haben könnten. Man kann sich nur auf seine eigenen Gefühle verlassen. Ich glaube, man kann keinen perfekten Film konstruieren, vielleicht einen, der sich gut vermarkten lässt, aber keinen guten Film. Man muss sich einfach auf sein Gefühl verlassen, um das auf die Leinwand zu bringen, was sich für einen selbst richtig anfühlt. Da kann man sich nur auf seine eigenen Erinnerungen und Instinkte verlassen.

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