Gökhan Inler: «Ich fange sofort mit Englischstunden an»

Aktualisiert

Gökhan Inler«Ich fange sofort mit Englischstunden an»

Gökhan Inler (31) geht zu Leicester City. Der Captain der Nati über Ziele, einen Abschiedsbrief an die Fans und Englischkenntnisse.

von
Sandro Compagno

Gökhan Inler, herzliche Gratulation zum Transfer. Was hat den Ausschlag gegeben für Leicester City?

Fussball in England hat mich immer fasziniert. Das Tempo, die Intensität, die körperbetonte und harte, aber faire Spielweise – das sind Komponenten, die mich beeindrucken, die auch ich lebe und die mein Spiel prägen. Der Verein hat auch ständig Interesse gezeigt, sich täglich mehrmals gemeldet und war so in positiver Hinsicht sehr aktiv. Leicester City ist ein exzellent geführter Verein mit einer eindrücklichen Geschichte und mit sehr seriösen Eigentümern an der Spitze.

Wie wichtig war Manager Claudio Ranieri für Ihre Entscheidung, nach Leicester zu gehen?

Er hat sich sehr um mich bemüht, das habe ich so noch nie erlebt. Natürlich hat das einen positiven Einfluss auf meinen Entscheid gehabt.

Sie hatten auch Angebote aus der Bundesliga. Hat Sie das nicht interessiert?

Sicher hat es mich interessiert, aber am Schluss muss man sich ja auf einen Verein festlegen.

In Neapel haben Ihre Einsatzzeiten zuletzt abgenommen. Auch der neue Trainer Maurizio Sarri schien Ihnen keine wichtige Rolle zuzugestehen. Ist der Abschied aus Neapel auch eine Flucht?

Nein, ganz im Gegenteil, Neapel wollte ja meinen Vertrag verlängern. Aber nach vier Jahren wollte ich eine neue Herausforderung. Übrigens: Maurizio Sarri hat mich vermehrt davon zu überzeugen versucht, in Napoli zu bleiben. Bis zum letzten Freundschaftsspiel wurde ich ja eingesetzt.

Sie haben einen berührenden Abschiedsbrief an die Napoli-Fans geschrieben. Mit wie viel Wehmut verlassen Sie das «Bel Paese»?

Es war eine wunderschöne Zeit, die mich sehr geprägt hat. Die Fans haben mich fest ins Herz geschlossen. Die vier Jahre bei Napoli waren eine sehr spezielle, emotionale und schöne Zeit für mich, sowohl auf dem Feld als auch privat. Die Gastfreundlichkeit in Neapel sucht ihresgleichen. Die Stadtbesuche und der Zuspruch der Fans waren stets herzlich. Der erste Gewinn der Coppa Italia seit 25 Jahren, und das gleich gegen Juventus, war zum Beispiel sehr eindrücklich. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten und Fans, dass ich bei einem derartigen Spitzenverein spielen konnte.

Ihr Nati-Kollege Gelson Fernandes war vor einigen Jahren in Leicester engagiert. Haben Sie bei ihm nachgefragt, was Sie in den Midlands erwartet?

Ja, er hat viel Positives aus seiner Zeit bei Leicester City erzählt. Seit damals hat sich der Klub aber auch weiterentwickelt, ganz im positiven Sinn natürlich.

Welche Ziele haben Sie mit Leicester City?

Mein Ziel wird es sein, die Vorgaben meines neuen Trainers und Vereins gut umzusetzen und dem Club zu helfen, in der Liga möglichst weit nach oben zu kommen. Den guten Lauf – eine Niederlage in den letzten 13 Spielen – gilt es nun fortzusetzen.

Wie gut ist eigentlich Ihr Englisch?

Ich kann mich gut verständigen, werde aber gleich diese Woche mit Englischunterricht beginnen. Schliesslich ist die Kommunikation das A und O.

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