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Fasnacht in Brunnen SZ«Ich finde das verantwortungslos»

In Schwyz war am Montag eine Art Mini-Fasnacht. Ein Anwohner regt sich darüber auf, dass die Corona-Regeln nicht eingehalten worden seien. Die Polizei war vor Ort.

von
Martin Messmer

Dieses Video zeigt den 1. Fasnachtstag in Brunnen SZ am Montag, 11. Januar 2021.

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Darum gehts

  • Am Montag war in Brunnen SZ der sogenannte 1. Fasnachtstag.

  • Offiziell ist die Fasnacht in Brunnen abgesagt. Am Montag gabs in Brunnen aber trotzdem ein fasnächtliches Treiben. Ein Leser schätzt die Anzahl der Teilnehmer auf 50 Personen.

  • Die Polizei hat die Anwesenden laut eigenen Angaben auf die gesetzlichen Grundlagen hingewiesen.

  • Danach habe sich die Gruppe aufgelöst und die Personen hätten sich entfernt.

Die Fasnacht ist in der Zentralschweiz wegen Corona schon seit Längerem offiziell abgesagt. In Brunnen SZ war am sogenannten 1. Fasnachtstag am Montag, 11. Januar 2021 aber dennoch einiges los: Ein Video zeigt, wie verkleidete Personen unterwegs sind, zum Teil bildeten sich Menschenansammlungen, zu hören sind kakophonische Klänge. Es ist am Abend kurz nach 20 Uhr entstanden. «Die Corona-Regeln sind kaum eingehalten worden», sagt ein Passant*. Er schätzt, dass abends etwa 50 Menschen an der Axenstrasse am See in Brunnen gefeiert haben.

Sein Eindruck: «Ich finde das verantwortungslos. Und es fällt auf, dass im Kanton Schwyz immer wieder gegen die Corona-Regeln verstossen wird.» Er denke dabei etwa an die illegale Party, die im Dezember 2020 in Unteriberg stattfand und einen grossen Polizeieinsatz auslöste. Auch das fasnächtliche Treiben in Brunnen müsse die Polizei mitbekommen haben: «Der Polizeiposten in Brunnen ist nur etwa 250 Meter entfernt.»

Anlass war nicht bewilligt

Auf Anfrage bei der Kantonspolizei Schwyz hiess es, diese Fasnachtsfeier sei nicht bewilligt gewesen, es habe sich dabei auch nicht um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt. Die Polizei sei präsent gewesen: «Nachdem auf unserer Einsatzzentrale eine Meldung aus Brunnen einging, wurde eine Patrouille aufgeboten», sagte Florian Grossmann, Kommunikationschef der Schwyzer Kantonspolizei. Auf die Frage, ob die Corona-Regeln eingehalten worden seien, teilte er mit: «Die Anwesenden wurden von unserer Patrouille auf die geltenden gesetzlichen Vorgaben hingewiesen. Nach der Sensibilisierung durch die Polizei hat sich die Kleingruppe aufgelöst und die anwesenden Leute entfernten sich.»

Gemäss der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Brunnen sei der Anlass spontan entstanden, «unter Einhaltung der Abstandsregel und in Fünfergruppen», so Präsidentin Simone van Erkel. Es seien vor allem Passanten gewesen, «die sich zum Teil ein bisschen nahe kamen». Fasnächtliche Anlässe seien keine geplant.

Bereits am Montagmorgen fand in Brunnen eine Art Tagwache light statt, wie Recherchen von 20 Minuten ergaben. Diese sei von einigen wenigen Mitgliedern der Guuggenmusig Timpel-Gäischter organisiert worden, aber privat und nicht im Namen des Vereins, wie Präsident Patrick Furger sagte. «Da unser Vereinsleben seit Oktober komplett eingestellt ist, wollten sie sich treffen am ersten Fasnachtstag.» Offiziell habe die Musig alle ihre Anlässe abgesagt, zum Beispiel das grosse 30-Jahr-Jubiläum, das am letzten Wochenende hätte stattfinden sollen.

Polizei wird an Fasnachtstagen Covid-Regeln kontrollieren

Im Hinblick auf die kommenden offiziellen Fasnachtstage hiess es bei der Polizei auf Anfrage: «Die Vereine sagen zwar alle, es finde nichts statt. Aber wir werden in den kommenden närrischen Tagen im Rahmen der Patrouillentätigkeit ein Auge auf die Einhaltung der Covid-19-Regeln halten», so Kommunikationschef Florian Grossmann.

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