ZSC-Titel: «Ich finde meine Trainerhose nicht mehr»
Aktualisiert

ZSC-Titel«Ich finde meine Trainerhose nicht mehr»

Der Glücksstuhl auf der Bühne und ein Spieler, der seine Hosen nicht mehr fand: So feierten die ZSC-Spieler mit den Fans.

von
Fabian Sangines

Spieler und Fans feiern den Schweizer Meistertitel. Video: Tamedia/FS

Um halb vier Uhr Morgens brachen in der Messe Zürich nochmals alle Dämme. Die feuchtfröhliche Stimmung nach dem Meistertitel der ZSC Lions kippte wieder in Richtung Ekstase, als die frisch gekürten Schweizer Eishockeymeister aus Lugano eintrafen. Begleitet von Blitzlichtgewitter, zahlreichen Videokameras und tosendem Applaus betraten die ZSC-Spieler die Halle und liessen sich einer um den anderen von der johlenden Menge aufrufen, um den Pokal in die Höhe zu stemmen. Dabei erwies sich Reto Schäppi als Stimmungskanone und Chris Baltisberger als Chaot.

Keine Zeit zum Duschen?

Schäppi liess es sich nicht nehmen, mehrmals übers Gitter der Bühne zu lehnen, um euphorisierte Fans zu umarmen und diverse Fanlieder anzustimmen. Sein Teamkollege Baltisberger sorgte für verwunderte Blicke – auch knapp vier Stunden nach der Schlusssirene stand er noch in Matchhose da. Ob er vor lauter Feierlichkeiten keine Zeit zum Duschen gefunden hatte? «Doch, aber ich habe meine Trainerhose nicht mehr gefunden.»

Als eingeladener Stargast sorgte auch ein Holzstuhl für Stimmung. Das Stück ist ein treuer Begleiter des Teams und mittlerweile ein Glücksbringer. So wurde auch er von den Fans besungen – mehr als so mancher ZSC-Spieler. Und dann kam Mathias Seger.

Video: ZSC-Fans drehen nach dem 2:0 durch

ZSC-Fans explodieren nach dem 2:0

4000 Fans füllten die Messe Zürich und sorgte während der Finalissima für grossartige Stimmung. Mit dem 2:0 folgte die grosse Explosion.

Grossartige Stimmung beim Public Viewing in der Messe Zürich: Video: Fabian Sanginés

Minutenlang skandierten die Anhänger seinen Namen, Spieler und Speaker mussten mehrmals um Ruhe im Saal beten. Ein ähnlich schwieriges Unterfangen wie ein Auswärtssieg in der Resega. Aber diese Lions schafften alles. So konnte Seger seine Rede starten – die er aber selber immer wieder für mehrere Sekunden unterbrach. Die abtretende ZSC-Legende war den Tränen nahe und offensichtlich fehlten Seger auch die Worte. Von hinten riefen die Mitspieler ironisch: «Schon gut, nur noch mehr saufen.»

Nach einer knappen Stunde verliessen die Spieler die Bühne wieder, um nun endgültig mit den Fans gemeinsam zu feiern. Goalie Lukas Flüeler schoss so viele Selfies, dass er später verzweifelt feststellte: «Ich finde meine Mitspieler nicht mehr. Ich bin ganz alleine.» Er wird jedoch schnell festgestellt haben, dass viele seiner Teamkollegen nur wenige Meter von ihm entfernt waren – und sie so ihre Meisternacht gemeinsam noch lange geniessen konnten.

Video: Kossmanns letzte Rede und der Sechseläuten-Marsch

So ging es in der Kabine zu

So feierten die ZSC-Spieler in der Kabine. Video: Tamedia/Simon Graf

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