29.03.2016 19:36

Wentworth Miller

«Ich flüchtete mich ins Essen»

Sein Leben lang litt «Prison Break»-Star Wentworth Miller an Depressionen. Wegen eines Memes spricht er jetzt über die dunkelste Zeit seines Lebens.

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los

Wie schnell ein Witz zu bitterem Ernst werden kann, hat Wentworth Miller nun am eigenen Leib erfahren. Auf ein Meme von LAD Bible, das ihn wegen überschüssiger Pfunde angreift, reagiert der «Prison Break»-Star überraschend direkt. In einem Facebook-Post gibt Miller, der sich 2013 als homosexuell outete und öffentlich zu seinen jahrelangen Depressionen stand, intime Details preis.

Das Bild sei 2010 entstanden – «der Tiefpunkt in meinem Leben als Erwachsener». «Ich war auf der Suche nach Hilfe, Trost und Ablenkung. Und ich fand das alles im Essen», schreibt der 43-Jährige via Facebook. Es hätte alles sein können: Drogen, Alkohol, Sex. Doch «Essen wurde die eine Sache, auf die ich mich freuen konnte». Es habe Zeiten gegeben, an denen ein feines Essen sein Wochen-Highlight gewesen sei, gesteht Miller weiter.

Mit der Vergangenheit im Reinen

Das besagte Bild – er trägt ein rotes Shirt, sein Körper ist deutlich fülliger – bekam Miller vor sechs Jahren erstmals zu Gesicht. «2010, als ich gegen psychische Probleme gekämpft hatte, war dieses Foto das Letzte, was ich brauchen konnte.»

Dass es jetzt auftaucht, nimmt er ziemlich gelassen: «Kurz gesagt: Ich habe überlebt. Gleich wie das Bild. Ich bin glücklich.» Dennoch sorgte der erneute Anblick des Fotos für einen Moment der Irritation: «Als das Meme das erste Mal in meinem Social-Media-Verlauf aufpoppte, muss ich zugeben, tat mir das Atmen weh.» Wie alles im Leben aber habe auch das einen Sinn, schreibt Miller. Heisst konkret: «Mit dem Bild verbinde ich Stärke, Heilung und Vergebung – gegenüber mir selbst und anderen.»

«Wir möchten uns entschuldigen»

Und siehe da, in diesem Fall hat sich die öffentliche Wortmeldung Millers gelohnt: Am Dienstagmorgen folgt promt eine Entschuldigung von LAD Bible. Die Seite entschuldigt sich via Facebook für «den Fehler», psychische Krankheiten seien nämlich nichts, worüber man sich lustig machen dürfe. «Wir applaudieren für Ihre ehrlichen Worte», heisst es im Post weiter und: «Wir möchten uns entschuldigen.»

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