Aktualisiert 04.09.2019 11:43

Abtretender SBB-Chef«Ich freue mich auf eine neue Lebensphase»

Überraschung an der SBB-Medienkonferenz: CEO Andreas Meyer gibt 2020 sein Amt ab. Er freue sich auf eine neue Phase in seinem Berufsleben.

von
bz

SBB-CEO Andreas Meyer erklärt an der Medienkonferenz in Bern seinen Rücktritt. (Video: SRF)

Die SBB liess am Mittwoch eine Bombe platzen: SBB-Chef Andreas Meyer kündigte seinen Rücktritt an. Und das just in einer Phase, in der er wegen den Tür-Problemen bei den Einheitswagen IV stark unter Druck steht. Er habe bereits in diesem Frühjahr beschlossen, spätestens auf Ende des nächsten Jahres zurückzutreten, sagte Meyer anlässlich der Medienkonferenz zum Halbjahresergebnis am Mittwoch in Bern. Meyer, der seit 2007 als CEO amtet, sprach bei seiner Rücktrittsankündigung von einem «emotionalen Moment, einem Wechselbad der Gefühle».

Vorgängig machte Monika Ribar, Präsidentin des SBB-Verwaltungsrates, darauf aufmerksam, dass Meyers Rücktrittsankündigung nichts mit den aktuellen Ereignissen zu tun habe. Überschattet wird das laufende Jahr für die SBB laut der Medienmitteilung durch den tragischen Arbeitsunfall eines Kundenbegleiters Anfang August.

Neue Phase vor 60. Altersjahr

«Der Zeitpunkt für die Ankündigung meines Rücktritts wurde mit dem Verwaltungsrat frühzeitig festgelegt und entspricht meiner Intention, vor dem 60. Altersjahr eine neue berufliche Phase einzuleiten», sagte Meyer. Bis zum Rücktritt nehme er die volle Verantwortung für das Unternehmen wahr und gehe die aktuellen Herausforderungen mit hoher Priorität an.»

Meyer hält den jetzigen Zeitpunkt für einen Wechsel für wichtig, weil der Strategieprozess 2020 im nächsten Jahr abgeschlossen werde. Auch zeichne sich in den nächsten Jahren ein Generationenwechseln in verschiedenen Führungspositionen ab. Er wolle die Wahl eines neuen Führungsteams seiner Nachfolge überlassen. «Ich freue mich auf eine neue Phase in meinem Berufsleben», sagte Meyer. In dieser wolle er seine Erfahrungen vermehrt in strategische Aufgaben und ausgewählte Projekte einbringen. Er nannte Verwaltungsräte, die Begleitung von Startups sowie gemeinnützige Organisationen.

Lohn des neuen CEO wird tiefer sein

«Wir bedauern, aber verstehen den Schritt von Andreas Meyer», sagte Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar. Er führe seit 13 Jahren das komplexe Unternehmen der SBB und habe es verstanden, daraus ein modernes Service Public-Unternehmen zu gestalten. Im Rahmen der Nachfolgeplanung seien sie mit Meyer ständig im Gespräch gewesen und hätten auch diesen Schritt gemeinsam abgestimmt, teilte Ribar mit. Angesprochen auf den Lohn des künftigen CEO sagte die Verwaltungsratspräsidentin, dieser würde tiefer ausfallen.

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