Aktualisiert 09.03.2020 15:04

Ungerechte Busse?«Ich fühle mich einfach nur noch betrogen»

Die Freundin eines Leser-Reporters hat kürzlich im Regiobus in St. Gallen eine Busse kassiert. Der Vorwurf: Sie habe ihre Mehrfahrtenkarte nicht entwerten wollen. Das Paar widerspricht.

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Der 26-jährige Student und seine gleichaltrige Freundin waren am Bahnhof St. Gallen in den Regiobus Linie 151 Richtung Gossau eingestiegen.

Der 26-jährige Student und seine gleichaltrige Freundin waren am Bahnhof St. Gallen in den Regiobus Linie 151 Richtung Gossau eingestiegen.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Bevor er die Mehrfahrtenkarte seiner Freundin gestempelt hatte, hätten sich beide wegen den schweren Taschen kurz hinsetzen müssen.

Bevor er die Mehrfahrtenkarte seiner Freundin gestempelt hatte, hätten sich beide wegen den schweren Taschen kurz hinsetzen müssen.

Leser-Reporter
Der Bus fuhr um 15.02 Uhr ab.

Der Bus fuhr um 15.02 Uhr ab.

Leser-Reporter

«Die ganze Sache ist einfach extrem ungerecht», sagt Leser-Reporter M. G.* Der 26-jährige Student und seine gleichaltrige Freundin waren nach einem Grosseinkauf im Migros Neumarkt am 22. Februar am Bahnhof St. Gallen in den Regiobus Linie 151 Richtung Gossau eingestiegen. Abfahrtszeit laut Fahrplan: 15.02 Uhr.

Bevor er die Mehrfahrtenkarte seiner Freundin gestempelt hatte, hätten sich beide wegen den schweren Taschen kurz hinsetzen müssen. Der Leser-Reporter selbst besitzt ein GA. «Es vergingen etwa 20 Sekunden», so G. Dann habe er die Karte entwertet. Auf dem Billett steht als Entwertungszeit die gleiche Uhrzeit wie die Abfahrtszeit im Fahrplan: 15.02 Uhr. Praktisch gleichzeitig gab es im Bus eine Billettkontrolle.

Böswillige Bussen

Seine Freundin habe dann eine Busse kassiert, weil sie die Karte angeblich zu spät gestempelt hätten. «Wie sassen ganz vorne und habe nicht einmal gehört, dass eine Kontrolle durchgeführt wird», so G. Das Paar habe dem Kontrolleur die Situation erklären wollen, doch sei auf kein Verständnis gestossen. Auf dem Bussenbescheid steht als Uhrzeit: 15.03 Uhr. Die Busse wurde also ausgestellt, nachdem die Mehrfahrtenkarte entwertet wurde.

«Ich fühle mich einfach nur betrogen», sagt G. Man brauche diese paar Sekunden, um die Karte zu stempeln. «Meine Freundin wollte nicht schwarzfahren. Diese Strecke nutzen wir regelmässig und haben immer ein Billet gelöst.»

Nach dem Vorfall habe er das zuständige Unternehmen kontaktiert und die Sache klären wollen, doch auch dort hielt man an der Busse fest.

Zu spät gestempelt

Für die Kontrollen in den Bussen der Regiobus AG sind die Kontrolleure der Appenzeller Bahnen zuständig. Mediensprecherin Erika Egger nimmt Stellung zum Fall. «Die Kontrolle in diesem Bus wurde laut verkündet, so dass es die vorderen Fahrgäste gehört haben», so Egger. Dabei hätten die Kontrolleure darauf geachtet, dass niemand mehr an den Automaten stehe. Laut Egger hat der Kontrolleur dem Paar in einem ruhigen Ton erklärt, dass man die Karte beim Einsteigen entwerten muss.

Für den zuständigen Kontrolleur habe es danach ausgesehen, als habe G. vergessen, für die Freundin die Mehrfahrtenkarte abzustempeln. Hinzu komme, dass die Frau laut dem Kontrolleur bereits in der Vergangenheit beim Schwarzfahren erwischt wurde. Fakt sei, dass die Karte nicht direkt beim Einsteigen entwertet wurde. «Sie haben sich hingesetzt und die Karte kurz nach Ankündigung der Kontrolle gestempelt», so Egger. Deshalb sei die ausgestellte Busse auch korrekt.

*Name der Redaktion bekannt

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