Aktualisiert 12.05.2020 13:56

Bill Gates zu Corona

«Ich fühle mich schrecklich»

Der Milliardär und Microsoft-Gründer warnte schon früh vor einer Pandemie. Das sei aber zu wenig gewesen – wie die jetzige Krise zeige.

von
Dominic Benz
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Bill Gates ist mit sich nicht zufrieden. Er bereut, dass er seinen Warnungen vor einer Pandemie nicht mehr Ausdruck verliehen hat.

Bill Gates ist mit sich nicht zufrieden. Er bereut, dass er seinen Warnungen vor einer Pandemie nicht mehr Ausdruck verliehen hat.

Foto: Keystone
«Ich fühle mich schrecklich», sagt Gates in einem Interview mit dem «Wall Street Journal».

«Ich fühle mich schrecklich», sagt Gates in einem Interview mit dem «Wall Street Journal».

Foto: Keystone
Der Grund, warum man überhaupt über das Thema spreche, sei ja gerade, dass man Massnahmen ergreifen und den Schaden minimieren könne, so Gates.

Der Grund, warum man überhaupt über das Thema spreche, sei ja gerade, dass man Massnahmen ergreifen und den Schaden minimieren könne, so Gates.

Foto: Keystone

Darum gehts

  • Bill Gates sieht eine Pandemie als die wahre Gefahr für die Menschen.
  • Er warnte schon vor Jahren vor den Gefahren eines sich schnell verbreitenden Virus.
  • In einem Interview bereut er, dass er nicht mit mehr Nachdruck gewarnt hat.
  • Die Stiftung von Gates unterstützt die Gesundheitsorganisation WHO und den Kampf gegen Covid-19 mit mehreren Hundert Millionen Dollar.

Bill Gates warnte schon vor Jahren vor den Gefahren einer Pandemie. Die wahre Bedrohung gehe nicht von einem Krieg aus, sondern von einem sich schnell verbreitenden Virus, betonte der Milliardär und Microsoft-Gründer immer wieder. Dennoch macht sich Gates angesichts der aktuellen Corona-Krise schwere Vorwürfe. Er bereut, dass er seinen Warnungen nicht mehr Nachdruck verleiht hat. «Ich fühle mich schrecklich», sagt Gates in einem Interview mit dem «Wall Street Journal».

Der Grund, warum man überhaupt über das Thema spreche, sei ja gerade, dass man Massnahmen ergreifen und den Schaden minimieren könne, so Gates. Genützt habe es aber offenbar zu wenig. Die Bemühungen der Welt, die Verbreitung des Corona-Ausbruchs zu verhindern, «blieben hinter dem zurück, was man idealerweise getan hätte».

Schwierige Impfstoff-Entwicklung

Im Interview macht der Milliardär auch klar, wie schwierig es ist, einen Impfstoff zu finden und für alle zugänglich zu machen. Laut Gates fragten sich viele Forscher, ob ihnen nun die Glasfläschchen ausgingen. «Sie denken vielleicht, das sei ein einfacher Teil davon, aber niemand hat jemals sieben Milliarden Dosen eines Impfstoffs hergestellt.»

Wegen seines Engagements auch während der Corona-Krise wird Gates teils scharf kritisiert. Auch Verschörungstheoretiker haben es auf den schwerreichen Wohltäter abgesehen. Sie sehen in Gates den Ursprung der jetzigen Krise. Der Milliardär habe die Corona-Pandemie bewusst ausgelöst, um die Menschen zu kontrollieren. Andere kritisieren Gates dafür, dass er einer der grössten Finanzierer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist. Dadurch habe er enormen Einfluss auf deren Tun und Wirken.

Zu der Kritik sagt Gates: «Alles, was wir tun, ist, unser Geld auszugeben und unsere Meinungen auszudrücken. Wir treffen die Entscheidungen nicht am Ende des Tages.»

In den USA ist die Stiftung von Gates und seiner Frau Melinda der zweitgrösste WHO-Geldgeber. Zuletzt flossen innerhalb eines Jahres knapp 370 Millionen Dollar Spenden in Projekte der Organisation. Auch in die aktuelle Corona-Forschung steckt die Stiftung viel Geld – jüngst weitere 135 Millionen Dollar. Laut der Stiftung habe man den Kampf gegen Covid-19 mit insgesamt über 300 Millionen Dollar unterstützt.

Spenden

Die Gates-Stiftung

Bill Gates gründete seine wohltätige Stiftung zusammen mit seiner Frau Melinda vor über 20 Jahren. Heute ist sie die grösste private Stiftung der Welt mit einem potenziellen Spendevolumen von bis zu 50 Milliarden Dollar. Mit seinen Spenden wollen die Gates das Leben von Milliarden Menschen verbessern. Die Gelder fliessen in diverse Projekte, die das Ziel haben, die Gesundheitsversorgung zu verbessern, extreme Armut zu bekämpfen und den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Der Sitz der Stiftung liegt in der US-Stadt Seattle. Weltweit sind fast 1500 Mitarbeiter angestellt.

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184 Kommentare
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Mike

13.05.2020, 08:49

@"Lieber Bill Gates": Wieso sollte man eher gegen PC-Viren als gegen echte Viren vorgehen? Seine Stiftung unterstützt viele Forschungs und Gesundheitsprogramme vor allem auch in den armen Weltregionen. Zu fordern er soll diesen Menschen nicht mehr helfen finde ich persönlich echt zynisch und pervers.

BleibtEhrlich!

13.05.2020, 08:00

Ich frage mich, wenn die Gates Stiftung für ALLE Menschen die Gesundheitssituation verbessern will, warum in Afrika immer noch 100.000de Menschen (darunter viele Kinder!) sterben, weil es keine Medikamente gibt, die in unserer Welt selbstverständlich sind (Durchfallmedikamente, Insulin, etc.). Hier wäre NUR ein Bruchteil der 50 Millarden nötig, um diese Menschen zuverlässig ein Leben zu ermöglichen...... Mache sich jeder selber ein Bild!

Therapeutin Sonja

13.05.2020, 07:22

Ich kann mir gut vorstellen, dass er such schrecklich fühlen muss. Mit Impfung die Menschheit retten wollen, nach früheren Aussagen, dass es auf der Weltbevölkerung verkleinern müsse, da es zu viele Menschen gäbe. Weiter - weshalb muss jemand, der sich seiner Sache sicher ist, alles was im Netz kritisch hinterfragt wird löschen lassen? Leute wacht auf, hört auf der Menge zu folgen und lernt wieder eins plus eins zusammenzuzählen. Danke und schönen Tag