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Doktor Sex«Ich fühle mich schuldig wegen meiner Lust!»

Jara hat genug von ihrem Freund. Statt aber klar und deutlich Schluss zu machen, spielt sie ein zweideutiges Spiel.

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Über manche Dinge sollte man besser reden, statt sich nur darüber Gedanken zu machen. (Symbolbild: «Place beyond the Pines», Focus Pictures)

Über manche Dinge sollte man besser reden, statt sich nur darüber Gedanken zu machen. (Symbolbild: «Place beyond the Pines», Focus Pictures)

Frage von Jara (19) an Doktor Sex: Ich habe seit drei Jahren einen Freund. Jetzt will ich ihn aber nicht mehr und das habe ich ihm auch schon mehrmals gesagt. Neulich erzählte ich ihm sogar, dass ich mehr Lust auf andere Männer habe als auf ihn. Mit dem Freund läuft nichts mehr im Bett. Ich habe keinen Bock mehr, ihn anzufassen. Ich kämpfe, so gut ich kann, gegen die Untreue, aber langsam ist es unerträglich. Er hegt die Hoffnung, dass es wieder klappen wird. Aber wir haben das schon so oft probiert, haben zusammen geredet und Sachen unternommen. Aber für mich hat sich nichts verändert. Nun beginnt er damit, mich unter Druck zu setzen. Und ich fühle mich schuldig. Was soll ich tun? Ist das von ihm noch Liebe oder einfach Gewohnheit und Angst vor dem Ende? Soll ich mir Zeit lassen oder endgültig Schluss machen?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Jara

Seltsame Fragen, die du da stellst. Was interessiert dich die Befindlichkeit deines Freundes, wenn dir klar ist, dass du ihn nicht mehr willst? Warum möchtest du von mir wissen, was du tun und ob du dir Zeit lassen sollst, wenn du Lust auf andere Männer hast? Und wem bitte schön wärst du untreu, wo du doch eigentlich gar keinen Freund mehr hast und dich nur noch mit deinen moralischen Prinzipien herumschlägst?

Es ist ganz einfach: Diese Geschichte ist gelaufen – und das weisst du genau! Hör also auf damit, dir selber und deinem Freund etwas vorzumachen. Auch die Schuldgefühle kannst du dir sparen, denn sie haben nichts mit dem Mann, aber sehr viel mit dir zu tun. Steh einfach hin und mach klare Ansagen. Packe danach deine Sachen zusammen und lass deinen Freund in Frieden.

Dass sich Gefühle verändern, ist normal. Ebenso, dass sich solche Veränderungen auf die Beziehung auswirken. Komisch ist hingegen, sich selbst und die eigene Wahrnehmung zu verleugnen, um so sein Selbstbild und die eigenen Moralvorstellungen nicht hinterfragen zu müssen. Und richtig schräg wird es, wenn darunter andere Menschen leiden müssen.

Falls du dich wegen meiner etwas harschen Antwort ungerecht behandelt fühlen solltest, tut mir das leid. Aber gewisse Dinge kann man einfach nur so sagen, wie ich es gerade getan habe: klar und deutlich nämlich. Alles Gute dir!

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