14.09.2016 04:00

Kreiselkunst-Modell Heinz Gilli

«Ich fühle mich wie der König vom BaBeL»

Der pensionierte Strassenwart Heinz Gilli (73) ist neuerdings auf dem Kreuzstutz-Kreisel verewigt. Jahrzehntelang hatte Gilli für Ordnung und Sauberkeit rund um das BaBeL-Quartier gesorgt.

von
emi
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Der gebürtige Luzerner Heinz Gilli arbeitete während 15 Jahren im Quartier als Strassenwart und wohnt heute im Betagtenzentrum Eichhof.

Der gebürtige Luzerner Heinz Gilli arbeitete während 15 Jahren im Quartier als Strassenwart und wohnt heute im Betagtenzentrum Eichhof.

emi
Seit dem Wochenende ziert der pensionierte Strassenwischer nun auch den Kreisel an der Baselstrasse in der Stadt Luzern. Sein Abbild in Form von einer 3,5 Meter hohen Betonstatue steht an einem Luzerner Verkehrsknotenpunkt und wiegt rund drei Tonnen.

Seit dem Wochenende ziert der pensionierte Strassenwischer nun auch den Kreisel an der Baselstrasse in der Stadt Luzern. Sein Abbild in Form von einer 3,5 Meter hohen Betonstatue steht an einem Luzerner Verkehrsknotenpunkt und wiegt rund drei Tonnen.

gwa
Für die Arbeiten musste Heinz dem Künstler Christoph Fischer Modell stehen.

Für die Arbeiten musste Heinz dem Künstler Christoph Fischer Modell stehen.

Christoph Fischer

Seit dem Wochenende ziert der pensionierte Strassenwischer Heinz Gilli (73) den neuen Kreuzstutz-Kreisel an der Baselstrasse in der Stadt Luzern. Sein Abbild in Form einer 3,5 Meter hohen Betonstatue steht nun an einem Verkehrsknotenpunkt und wiegt rund drei Tonnen.

«Jetzt bin ich weltbekannt»

Eingeweiht wurde die neue Kreiselfigur zu Ehren von Heinz Gilli am vergangenen Samstag. «Die Feier hat mir gefallen. Viele haben mir an diesem Tag zur Statue gratuliert», sagt Gilli. Dass er mitten in der Stadt Luzern verewigt ist, mache ihn besonders stolz: «Jetzt bin ich natürlich weltbekannt. Man könnte sagen, ich bin der König vom BaBeL.» Enttäuscht war der Pensionierte allerdings von der Saxophon- und Guggenmusik: «Das ist nicht mein Musikgeschmack. Ich hätte mir lieber Schlager gewünscht.»

Das Werk stammt vom Luzerner Künstler Christoph Fischer, der 2009 bei einem Wettbewerb vom Verein BaBeL (Basel-/Bernstrasse und Luzern) mit seiner Idee überzeugte. Sein Atelier liegt unmittelbar am Kreuzstutz. Inspiriert wurde er vom Quartier selbst: «Heinz steht stellvertretend für den einfachen Arbeiter aus dem Quartier, der wie ich das Leben um diesen Kreisel beobachtet hat», sagt Fischer gegenüber der «NLZ».

Vor drei Jahren stand Gilli Modell für das Kunstprojekt. «Ich habe die Figur als Erster gesehen, habe jeden einzelnen Schritt während der Bauphase mitverfolgt und durfte auch ein Wörtchen mitreden», so der 73-Jährige.

Während 15 Jahren als Strassenwart tätig

Der gebürtige Luzerner arbeitete im Quartier rund um den Kreisel während 15 Jahren als Strassenwart und war täglich mit seinem Besen und seiner Schaufel unterwegs, um das Areal sauber zu halten. «Ich habe mich alleine um die Strassen, Brunnen und Gärten gekümmert.» Eine Reklamation habe Gilli während seiner Anstellung nie bekommen. Vor allem an kalten Wintertagen sei die Arbeit streng gewesen: «Ich musste um zwei Uhr morgens aufstehen. Da gabs auch Tage, an denen ich abends um elf Uhr nach Hause kam.» Dennoch war er mit seinem Job zufrieden: «Die Arbeit machte mir Spass. Ich war ja immer an der frischen Luft.»

Der ehemalige Strassenwart hat auch einige interessante Geschichten auf Lager: «Eines Morgens entdeckte ich an der Baselstrasse drei Einbrüche und meldete es der Polizei.» Eine Dame habe einmal ihre Tasche liegen gelassen, worauf Gilli sie ins Fundbüro gebracht habe: «In der Tasche waren 7000 Franken, ein Tresor- und ein Hausschlüssel.» Übrigens: Noch dieses Jahr wird auf SRF ein Dokumentar-Film über die Baselstrasse ausgestrahlt. Mit dabei ist auch Heinz Gilli.

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