Weihnachten – «Ich fühlte mich traurig und einsam»
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Weihnachten«Ich fühlte mich traurig und einsam»

Gegen 90’000 Personen waren an Weihnachten in Quarantäne oder Isolation. Wie sich das angefühlt hat, berichten unsere Leserinnen und Leser.

von
Claudia Blumer
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Eine Kerze am festlich geschmückten Baum: Viele mussten Weihnachten mit der Familie wegen eines positiven Testresultats kurzfristig absagen.

Eine Kerze am festlich geschmückten Baum: Viele mussten Weihnachten mit der Familie wegen eines positiven Testresultats kurzfristig absagen.

dpa

Darum gehts

Weihnachten bedeutet für die meisten Menschen Gemeinschaft. Doch dieses Jahr ist das Zusammensein mit Freunden oder Familie vielen verwehrt geblieben. Am 23. Dezember befanden sich laut offiziellen Zahlen des Bundesamts für Gesundheit 53’811 Personen in Isolation und 34’740 Personen in Quarantäne.

Gemäss den Regeln des Bundes dürfen sich maximal zehn Personen privat in Innenräumen treffen, sofern eine nicht geimpfte oder nicht genesene Person darunter ist. Auch dies schränkte die Familien ein.

Leserinnen und Leser berichten davon. Die 22-jährige Lara etwa musste Weihnachten zusammen mit ihrer Verlobten in Isolation verbringen und das Essen mit den Schwiegereltern abblasen. «Weihnachten bloss zu zweit war ein Schlag ins Gesicht», schreibt sie auf einen Leserinnen- und Leser-Aufruf von 20 Minuten. Sie hätten versucht, mit Essen und Geschenken die Weihnachtsstimmung etwas aufleben zu lassen. «Hat nicht so gut geklappt.»

Oswald (55) musste spätabends ein Spitalauto rufen, weil seine Partnerin keine Luft mehr bekam. «Das war um 22.30 Uhr. Bis dahin war es schön», schreibt er. Jennifer (18) musste in Isolation und konnte weder feiern noch ihre Liebsten sehen. «Es tat sehr weh.» Dasselbe bei Antonio (34): Er wurde am 17. Dezember positiv getestet. «Da ich alleine wohne, hiess das für mich, dass ich Weihnachten alleine und in Isolation verbringen muss.» Da er ein Familienmensch sei und sich jedes Jahr auf Weihnachten freue, sei es nicht schön gewesen. «Ich fühlte mich traurig und einsam.»

«Glück im Unglück»

Fieserweise traf es gerade diejenigen, die alles richtig gemacht haben. Um mit gutem Gewissen zu feiern, hat der 26-jährige Jonathan am 23. Dezember einen PCR-Test gemacht. Am 24. Dezember stand er gerade im Zara, um eine Hose für Neujahr zu kaufen, als die SMS mit dem positiven Testresultat eintraf. «Schöne Bescherung. Quarantäne bis 2022.»

Doch manche gewinnen der Situation auch etwas Gutes ab. Daniel (45) ist bis 31. Dezember in Isolation. «Aber ich sehe das positiv. Schon bald bin ich genesen.» Der 30-jährige Fabian durfte positiv getestet immerhin aus dem Zimmer und in der Wohnung feiern, wenn auch allein. «So freut man sich über die kleinen Dinge.» Zudem sei er froh, dass er positiv getestet worden sei. «Man stelle sich vor, ich hätte alle in der Familie angesteckt. So hatten wir Glück im Unglück.»

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