Aktualisiert 14.04.2020 08:55

Umstrittener E-Sport«Ich gebe jährlich bis zu 4000 Fr. für ‹Fifa› aus»

Nicht nur Übung macht den Meister. Wer in «Fifa» zu den Besten gehören will, braucht vor allem ein dickes Portemonnaie.

von
Riccardo Castellano
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Der E-Sport rund um die Fussballsimulation «Fifa» gehört wohl zu den umstrittensten virtuellen Sportarten überhaupt. Mehrere Profispieler beschwerten sich in der Vergangenheit über das Spiel.

Der E-Sport rund um die Fussballsimulation «Fifa» gehört wohl zu den umstrittensten virtuellen Sportarten überhaupt. Mehrere Profispieler beschwerten sich in der Vergangenheit über das Spiel.

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Im Februar hagelte es von Donovan «Tekkz» Hunt an einem Turnier Kritik: «Fifa 20» sei das «bisher undankbarste Spiel» der Serie. Tekkz gehört zu den besten Spielern der Welt, seine Stimme hat Gewicht. Die Glückselemente seien für ihn frustrierend.

Im Februar hagelte es von Donovan «Tekkz» Hunt an einem Turnier Kritik: «Fifa 20» sei das «bisher undankbarste Spiel» der Serie. Tekkz gehört zu den besten Spielern der Welt, seine Stimme hat Gewicht. Die Glückselemente seien für ihn frustrierend.

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Laut der Community sind das nicht die einzigen Defizite, die den E-Sport rund um den jährlich erscheinenden Titel erschweren. «Das sind nur Symptome von fundamentalen Problemen», so Constantin Rittmann, «Fifa»-Experte bei der E-Sport-Agentur mYinsanity.

Laut der Community sind das nicht die einzigen Defizite, die den E-Sport rund um den jährlich erscheinenden Titel erschweren. «Das sind nur Symptome von fundamentalen Problemen», so Constantin Rittmann, «Fifa»-Experte bei der E-Sport-Agentur mYinsanity.

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Der E-Sport rund um die Fussballsimulation «Fifa» gehört wohl zu den umstrittensten virtuellen Sportarten überhaupt. Immer wieder kommt es vor, dass Profispieler sich entweder live oder auf Twitter negativ zum Game und dem Drumherum äussern.

Einige Beispiele: Im Februar hagelte es von Donovan «Tekkz» Hunt an einem Turnier Kritik: «Fifa 20» sei das «bisher undankbarste Spiel» der Serie. Tekkz gehört zu den besten Spielern der Welt, seine Stimme hat Gewicht. «Es hat zu viel Glückselemente und ist frustrierend», sagte er, «so macht das keinen Spass.»

In einem Qualifikationsspiel für den Cup in Bukarest mussten zwei Profi-Gamer den Sieg mit Schere, Stein, Papier entscheiden. Der Grund: Die Server hatten technische Störungen und es war kein Repräsentant von EA verfügbar. «Ich kann nicht glauben, dass wir so etwas an einem offiziellen EA-Turnier tun mussten», sagte einer der beiden Spieler.

Kein Geld ist auch keine Lösung

Laut der Community sind das nicht die einzigen Defizite, die den E-Sport rund um das jährlich erscheinende Spiel erschweren. «Das sind nur Symptome von fundamentalen Problemen des Spiels», so Constantin Rittmann, «Fifa»-Experte bei der E-Sport-Agentur MYI Entertainment. Es sei ein am Kommerz orientiertes Spiel. Die Gamer können sich in «Fifa» durch kostenpflichtige Lootboxen (ein «Päckli» mit zufälligen Inhalten) virtuelle Spieler erkaufen. Je nach Rarität sind diese besser oder schlechter.

Die virtuelle Bundesliga in Deutschland setzt bei Turnieren eine Maximalgrenze für Spielerwertungen. So können auch Spieler mitmachen, die nicht ins Portemonnaie gegriffen haben. Aber: «Das Spielniveau ist ohne erkaufte Spieler viel langsamer und unattraktiver», sagt Rittmann. Es sei zwar zugänglicher, aber für E-Sportler eine abgemilderte Version des Spiels.

«Es geht seit ‹Fifa 18› bergab»

Wenn ein E-Sport derart vom Zufall regiert wird, gibt das zu denken. Auch die Profis vom FC Basel müssen Jahr für Jahr die Kreditkarte zücken. «Ich gebe jährlich bis zu 4000 Franken für das Spiel aus», sagt FCB-Profi Luca Boller. «Ich sehe es als Investition, darum ist es in Ordnung.» Normalen Spielern rät er davon ab. Auch sein Teamkollege Leandro Curty weiss: «Ohne Geld ist es sehr schwierig, bei den Besten mitzuhalten.»

Die FCB-Spieler geben dem «Fifa»-Profi Tekkz betreffend der aktuellen Situation recht. «Der Fun-Faktor geht seit ‹Fifa 18› bergab», so Boller. Curty ergänzt: «Es ist ein frustrierendes Jahr für jeden ‹Fifa›-Pro.»

Ein Lösungsansatz wäre es, statt jährlichen Neuerscheinungen «Fifa» regelmässig mit Updates zu verbessern. Gamer würden Geld sparen und der E-Sport wäre attraktiver. Titel wie «Rocket League» machen es vor. Mit solchen Vorschlägen stösst man bei Entwickler EA aber auf taube Ohren. «Gewinn steht über dem E-Sport», heisst es aus der Community.

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