Letzte Chance?: «Ich geniesse jeden Moment»
Aktualisiert

Letzte Chance?«Ich geniesse jeden Moment»

Ist Morgan heute schon der Trainer von gestern? Das Spiel in Lugano am Donnrestag Abend ist die letzte Chance für Lakers-Coach Morgan Samuelsson.

von
Sandro Compagno

Morgan Samuelsson, Sie waren als Trainer noch nie in einer solchen Situation.

Morgan Samuelsson: Ja, bisher war ich immer ein erfolgreicher Trainer.

Wie gehen Sie damit um?

Morgan Samuelsson: Ich geniesse den Moment.

Das ist nicht Ihr Ernst!

Morgan Samuelsson: Doch, ist es. Die Zeit jetzt ist unglaublich lehrreich. Ich lerne, mit Druck umzugehen und fokussiert zu bleiben.

Wie gehen Sie mit Druck um? Schlafen Sie gut?

Morgan Samuelsson: Ich arbeite viel und gönne mir wenig Schlaf. Aber wenn ich schlafe, dann tief und fest. Wenn man weiss, dass man sein Bestes gibt, dann gibt es keinen Grund für ein schlechtes Gewissen und schlaflose Nächte.

Am Donnerstag reisen Sie mit Ihren Sorgenkindern nach Lugano. Vielleicht Ihr letztes Spiel, aber auch eine Destination, an die Sie gute Erinnerungen haben.

Morgan Samuelsson: Ja, letzte Saison haben wir in Lugano 1:0 gewonnen, das muss auch jetzt unser Ziel sein.

Ich meinte eigentlich das Jahr 2001 und Ihr Tor in der Overtime, das die ZSC Lions zum Meister machte.

Morgan Samuelsson: Das ist zu weit weg. Daran denke ich nicht mehr.

Sie haben bereits acht Punkte Rückstand auf den Strich. Glauben Sie noch an eine Wende zum Guten?

Morgan Samuelsson: Absolut. Als ich letztes Jahr hierher kam, war die Mannschaft elf Punkte von den Playoff-Plätzen entfernt, am Ende der Regular Season hatten wir sieben Punkte Reserve. Und die Saison ist noch lang.

Überleben in der Pleitenserie

Mit acht Niederlagen zum Saisonstart ist Morgan Samuelsson noch lange nicht Rekordhalter in der NLA: Spitze in dieser Kategorie ist Larry Huras, der mit dem Zürcher SC 1994/95 mit zwölf Pleiten startete. Huras überstand den Fehlstart und führte die Zürcher sogar noch ins Playoff. Platz 2 in der Fehlstart-Statistik gehört dem HC Sierre. Die Walliser entliessen 1988 ihren Trainer Marian Stastny nach zehn Pleiten.

Acht Niederlagen sind nicht einmal selten: Jozef Golonka (Davos 1988/89) und Alex Andjelic (Chur 1992/93) wurden entlassen, ihre Teams stiegen dennoch ab. Roland von Mentlen führte Zug 1990/91 trotz Fehlstart ins Playoff, ehe er dennoch gehen musste. Überlebt haben einen Start mit acht Pleiten auch Kjell Larsson (Fribourg 1995/96) und Mike McParland (Fribourg 2005/06).

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