Nach dem 2:0-Sieg: «Ich glaube, das gab es noch nie»
Aktualisiert

Nach dem 2:0-Sieg«Ich glaube, das gab es noch nie»

Der FC Basel schafft sich eine vielversprechende Ausgangslage für das Europa-League-Rückspiel gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk. Marco Streller zeigt sich beeindruckt von der FCB-Defensive.

von
Eva Tedesco

FCB-Captain Marco Streller ist nach dem 2:0-Sieg gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk beeindruckt. (Video: 20 Minuten Online)

Bei so einem Wetter jagt man nicht einmal einen Hund vor die Tür, sagt man. Und schon gar nicht am Valentinstag, an dem eher Kuscheln und traute Zweisamkeit angesagt sind. Es schneite und schneite und bald glich der St.-Jakob-Park eher dem Skistadion im Ziel der WM-Piste in Schladming als einem Fussballstadion. Die rund 8000 hartgesottenen Zuschauer, die dennoch den Weg ins Joggeli gefunden haben, wurden für ihr Kommen mit einem herzerwärmenden Resultat belohnt. Der FC Basel gewann sein Hinspiel im Sechzehntelfinal der Europa League gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk 2:0 und schafft sich damit eine vielversprechende Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Donnerstag in der Ukraine.

Für die Tore waren Valentin Stocker (23.), der eine ungewollte Vorlage von Cabral zur 1:0-Führung verwandelte, und Captain Marco Streller zum 2:0 (68.) besorgt. «Wir haben das Optimum herausgeholt», sagt Stocker, der eine starke Leistung gezeigt hat. «Wir stehen defensiv extrem gut, sind effizient und haben internationale Erfahrung, die uns zugute kommt. Wir haben das noch mit Marco besprochen und erinnerten uns an Moskau zurück, gegen das wir auch vorne gelegen und das Ganze noch dumm aus der Hand gegeben haben. Darum haben wir wohl gegen Dnjepr nach dem 2:0 nicht auf Biegen und Brechen den dritten Treffer gesucht, sondern gedacht: Hey, das nehmen wir jetzt so mit und machen nicht den gleichen Seich wie das letzte Mal.»

Streller ist beeindruckt

«Die Bedingungen sind schwierig gewesen, aber für beide Mannschaften. Uns ist sicher entgegengekommen, dass wir das 1:0 machen konnten, bevor der Schnee auf dem Platz liegen geblieben ist. Das 2:0 ist ein sehr gutes Resultat gegen eine Spitzenmannschaft. Man kann sagen: Das 2:0 ist ein Wunschresultat», sagt Marco Streller nach dem Spiel. Beeindruckt ist der FCB Captain nach dem 2:0-Sieg speziell von der Null hinten. «Wir haben jetzt in sieben Heimspielen unter Murat kein Tor kassiert. Das ist grossartig und ich glaube, das gab es noch nie.»

Tatsächlich hat der FCB die letzten sieben Spiele im heimischen St.-Jakob-Park ohne Gegentor beendet. Und auch in der Europa League sind es inzwischen vier Partien. Vor allem in den europäischen Wettbewerben sei es wegen der Auswärtstorregel enorm wichtig, ohne Gegentreffer zu bleiben. Streller erklärt sich die neue Stabilität in der Abwehr so: «Wir haben in der Vorbereitung viel daran gearbeitet und Murat war selber ein Weltklasse-Innenverteidiger, der unseren Verteidigern gute Tipps geben kann und Dinge sieht, die einem anderen vielleicht nicht auffallen würden.»

Im Rückspiel noch einen Zacken zulegen

Yakin geht mit der Meinung seines Captains einig – zumindest mit dem ersten Teil der Aussage. «Unsere Mannschaft lebt nicht nur von der Defensive. Man sieht, dass jeder gewillt ist, ein Gegentor zu verhindern und das tut unserem Spiel gut. Man sieht aber auch, dass wir in der Offensive sehr effizient und kreativ sind und das macht die Mannschaft ausgeglichen. Mit dem Resultat haben wir ein gutes Ergebnis geholt. Spielerisch müssen wir aber noch einen Zacken zulegen. Sie haben uns in den Zweikämpfen extrem gefordert und Dnjepr bleibt ein harter Brocken. 2:0 ist ein gutes Polster, aber wir müssen noch ein bisschen mehr Gas geben, um die Runde zu überstehen. Es wäre ein Hit, wenn wir diese starke Mannschaft schlagen.»

Einen Hit hat der FCB schon gelandet: Mit dem Sieg im Sechzehntelfinal hat Rotblau der Schweiz im Fünfjahres-Ranking der Uefa den 13. Platz gesichert und der Schweizer Meister 2014 darf sich über einen fixen Startplatz in der Champions League freuen. So gesehen beschenkte der FCB am Valentinstag nicht nur sich selbst, sondern auch die Schweiz. Das Schlusswort dazu gehört Stocker an seinem Valentinstag: «Wir spielen international immer für die Schweiz.»

Deine Meinung