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Mein Horrordate«Ich glaube, mein Date wollte mich ausnehmen»

Bei ihrem Date mit Daniel (22) hatte Jill (20) ein gutes Gefühl – und wäre möglicherweise fast auf einen Betrüger reingefallen.

von
Meret Steiger
Jill (20) traf Daniel «bei ihm um die Ecke» in Basel. Nachdem er sich angeblich auf den Heimweg gemacht hat, sieht Jill seinen Standort bei Snapchat – in Bern.

Jill (20) traf Daniel «bei ihm um die Ecke» in Basel. Nachdem er sich angeblich auf den Heimweg gemacht hat, sieht Jill seinen Standort bei Snapchat – in Bern.

zvg

Darum gehts

  • Jill hat nach einer Trennung exzessiv getindert und dabei Daniel kennen gelernt.

  • Daniel hat die 20-Jährige dann auch schnell um den Finger gewickelt und mit seinem vermeintlichen Reichtum geprahlt.

  • Beim Treffen verstrickt sich Daniel in widersprüchlichen Aussagen – die Jill gekonnt ignoriert.

  • Bei der Verabschiedung braucht Daniel plötzlich Geld, für «die Heimfahrt».

  • Später sieht Jill aber, dass er gar nicht nach Hause gegangen ist.

«Meine Horrordate-Geschichte hätte noch viel blöder enden können, wenn ich nicht rechtzeitig misstrauisch geworden wäre. Aber von Anfang an: Meine Jugendliebe und ich haben uns kürzlich getrennt, und ich tue mich mega schwer, andere Menschen kennen zu lernen. Also habe ich beschlossen, einfach möglichst viele Tinderdates zu haben – so kann ich meine Nervosität besser überwinden, und die Chance, dass irgendwann doch noch ein geeigneter Kandidat (oder sogar DER Richtige) dabei ist, ist einfach grösser.

Also habe ich fleissig nach rechts geswiped, so auch bei Daniel. Ich fand Daniel zwar ein bisschen zu «geleckt», ein bisschen zu glatt. Aber er wohnte in Basel, was nahe genug war, um ihn problemlos zu erreichen, aber doch weit genug weg von meinem Heimatort, sodass wir wahrscheinlich eher keine gemeinsamen Bekannten haben.

«Er hat mich richtig eingewickelt»

Als ich dann mit Daniel geschrieben habe, fand ich ihn schnell sehr toll. Er war so wortgewandt und charmant und hat irgendwie immer die richtigen Dinge gesagt. Ausserdem schien er für einen 22-Jährigen erstaunlich vermögend – das ist zwar überhaupt keine Voraussetzung für mich, aber natürlich trotzdem nice to have. Schnell haben wir unsere Gespräche von Tinder zu Whatsapp verlegt – und ein paar vielversprechende Fotos bei Snapchat ausgetauscht. Und so habe ich natürlich auch sofort zugesagt, als er gefragt hat, ob wir uns «bei ihm um die Ecke» treffen wollen.

Das Date war nett: Wir haben uns in einem Café gut unterhalten, er war auch in echt witzig und charmant – und doch hatte ich da schon irgendwie ein komisches Gefühl. Ich habe das aber auf meine Nervosität geschoben und ignoriert, wenn in Daniels Geschichten manchmal gewisse Details nicht zusammengepasst haben. So hat er einmal erzählt, er wohne allein in einer Altbauwohnung, plötzlich war es dann aber doch wieder einer Männer-WG.

«Plötzlich wollte er Geld von mir!»

Ich wollte ihm halt auch glauben, dass das vielleicht nur aufgrund der Nervosität passiert ist. Nach etwa zwei Stunden wollten wir zahlen und das Date beenden. Da hat er dann plötzlich ganz nervös seine Taschen abgeklopft und gesagt, sein Portemonnaie sei verschwunden. Ich fand das seltsam, aber kann ja sein. Verloren, geklaut, was auch immer. Ich habe auch kein Problem damit gehabt, Daniel einzuladen.

Ich bin dann aber ein bisschen misstrauisch geworden, als er auch noch Geld für seine «Heimfahrt» wollte – erstens wohnt er doch angeblich um die Ecke, und zweitens kann ich mir kaum vorstellen, dass jemand in meinem Alter keine elektronischen Zahlungsmöglichkeiten auf seinem Handy hat. Ich habe dann behauptet, ich hätte auch kein Bargeld mehr und müsse jetzt gehen.

«Auf einmal war er ganz woanders»

Daniel hatte offenbar Verständnis und meinte, er würde es schon zu Fuss nach Hause schaffen. Als ich auch wieder in meiner Wohnung war, habe ich zufällig Snapchat geöffnet – und dort gesehen, dass Daniel in der Zwischenzeit nach Bern gefahren war. Schon möglich, dass er einfach schwarzgefahren ist, aber ich glaube, der wollte mich einfach über den Tisch ziehen.

Er hat später noch mal geschrieben, ob ich ihm finanziell bei irgendwas aushelfen würde, aber ich habs nicht mal richtig gelesen. Ich fühle mich echt verarscht, das ist nicht fair. Ich verstehe zwar nicht ganz, warum man das bei einem Date für irgendwelche Kleinstbeträge macht, aber ich bin froh, habe ich ihm nicht mehr gegeben – und inzwischen habe ich ihn vorsichtshalber überall geblockt.

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