Talk mit Alain Berset - «Ich glaube nicht, dass wir 2G nötig haben»
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Talk mit Alain Berset«Ich glaube nicht, dass wir 2G nötig haben»

Covid-Gesetz, 2G, Booster-Impfung: Was plant der Bundesrat? Im Live-Talk mit 20 Minuten stellte sich der Gesundheitsminister Alain Berset den Fragen der 20-Minuten-Community.

von
Fabian Pöschl
Sandro Spaeth

Das Interview mit Bundesrat Alain Berset in voller Länge.

20 Min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Community konnte dem Gesundheitsminister Alain Berset Fragen stellen.

  • Der Bundesrat kam ins Studio von 20 Minuten im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro».

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten siehst du hier in den Videos.

Die Corona-Fallzahlen steigen stark an. Verschärft jetzt der Bund die Massnahmen und erwägt statt 3G nun die 2G-Regel? Und wie will er die Kinder in den Schulen schützen? Gesundheitsminister Alain Berset hat am Donnerstag Stellung genommen.

Im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro» besuchte Berset am Donnerstagmittag das 20-Minuten-Studio in Zürich. Der Bundesrat beantwortete Fragen der 20-Minuten-Community. Das Interesse war riesig: Über 1000 Fragen trafen ein.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Livechat siehst du hier in den Videos:

«Unser 3G-System hat sich bewährt»

Die Nachbarländer der Schweiz drehen angesichts steigender Corona-Zahlen an der Massnahmenschraube. 2G ist nun in Österreich und teilweise auch in Deutschland die Regel. Kommt auch bei uns 2G? «Ich glaube nicht, dass 2G nötig wird. 3G hat funktioniert», sagt Berset. Wichtig sei, dass das Spitalsystem nicht überlastet wird. Die Situation sei aber nach wie vor unter Kontrolle.

«Corona ist kein grosses Problem für Kinder»

Die Nachwuchsjournalistin Marah (11) fragt, wie Berset die Schulkinder vor Corona schützen will. Berset weist darauf hin, dass die Kantone für die Schulen zuständig sind. Ausserdem seien Kinder von der Krankheit weniger stark betroffen. «Wenn die Krankheit kommt, ist es für Kinder kein grosses Problem, aber es ist mühsam», sagt Berset. Der Schutz der Kinder habe eine sehr hohe Priorität. Dafür gebe es Masken und die Möglichkeit, an Schulen zu testen.

«Vor einem Jahr hatten wir eine Katastrophe»

Am 28. November steht die Abstimmung über das Covid-Gesetz an. Wie siegessicher ist Berset? «Die Signale sind gut», so Berset. Er hoffe auf eine klare Mehrheit, um die Massnahmen auch im Winter durchführen zu können. «Mit einem Nein würde man Unsicherheiten schaffen. Vor einem Jahr war fast alles zu in unserem Land, das war eine Katastrophe», sagt der Bundesrat.

«Wir haben weniger Massnahmen als andere Länder»

Christine fragte stellvertretend für viele aus der 20-Minuten-Community: «Sie sagten, wenn alle Impfwilligen sich haben impfen lassen, fallen die Massnahmen. Wieso stehen Sie jetzt plötzlich nicht mehr dazu?» Berset sagt, dass sich die Strategie des Bundes nicht geändert habe. Aber mit der Delta-Variante sei die Lage gefährlicher geworden. Durch die neue Virus-Variante kämen doppelt so viele Leute auf die Intensivstationen als zuvor. «Es braucht Massnahmen, um das Gesundheitssystem zu schützen. Aber die sind noch gering und viel weniger als in anderen Ländern», sagt Berset.

«Wir werden die Situation von Anfang 2020 nie mehr erleben»

Monika fragt, ob alle eine dritte Impfung brauchen. «Das ist sehr schwierig zu beantworten», sagt Berset. Viele Leute hätten mit der Genesung und der Impfung eine Immunität erreicht. «Das ist ein Gamechanger. Die Situation von Anfang 2020 werden wir nie mehr erleben», so Berset.

«Es braucht genügend Immunität in der Bevölkerung»

Mark will wissen, ab welcher Impfrate Berset sich eine Lockerung der Maskenpflicht vorstellen kann. «Ab dem Moment, wo die Zirkulation des Virus keine Gefahr mehr für das Gesundheitssystem darstellt. Dafür braucht es genügend Immunität in der Bevölkerung, davon sind wir noch einige Prozente entfernt», sagt Berset. Eine Zahl will er aber nicht nennen.

Vom Kommunikationsberater zum Gesundheitsminister

Alain Berset (49) ist seit 2012 Bundesrat. Der SP-Politiker aus dem Kanton Freiburg steht dem Departement des Eidgenössischen Innern (EDI) vor, zu dem auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zählt. Berset schloss ein Doktorat in Wirtschaftswissenschaften an der Uni Neuenburg ab und arbeitete als Strategie- und Kommunikationsberater. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

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