Mundart-Rapper Manillio: «Ich hab Lo & Leduc ein wenig um Rat gefragt»
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Mundart-Rapper Manillio«Ich hab Lo & Leduc ein wenig um Rat gefragt»

Der Solothurner Manillio könnte der neue Schweizer Rap-Liebling werden. Mit 20 Minuten spricht er über seinen Dialekt, «Bravo Hits» und Büne Huber.

von
Aisha Abdel Dayem

Ein unbeschriebenes Blatt ist er nicht: Manillio kennt man auch als Mitglied von Eldorado FM. Die interkantonale Rap-Crew ist letztes Jahr mit dem Album «Luke mir si di Vater» auf Platz zwei der Charts gestürmt. Danach hat er sich ins Studio zurückgezogen, um an seinem neuen Soloalbum zu arbeiten – das er nun mit einem grossen Label im Rücken veröffentlicht. 20 Minuten hat den 27-Jährigen zum Interview getroffen.

Manillio über seine Zusammenarbeit mit Lo & Leduc:

«Ich habe zuvor nie jemandem meine Songs vor dem Release gezeigt. Aber dieses Mal hab ich Lo & Leduc um ein wenig Rat gefragt. Leduc ist letztlich auch auf einem Track gelandet.»

Über Bünes Beat:

«Nach meinem letzten Album hat er mir zwei lange, nette SMS geschrieben. Wir gingen zusammen mittagessen, haben lange Kaffee getrunken. Seither sind wir Freunde. Später habe ich ihm mal ein paar Song-Ideen gezeigt und er wollte an dem einen was ausprobieren. Daraus ist dann ‹Aues Gloge› geworden. Büne hat auch bei der Musik die Zügel in die Hand genommen, Gitarre und Orgeln eingespielt und sogar im Refrain mitgesungen. Eine besondere Ehre.»

Über seine Texte:

«Ich mache grundsätzlich eher melancholische Musik. Auf dem neuen Album hat es sogar ein, zwei Songs, die etwas wütend sind. Das gefällt mir so. Das letzte Album war ein wenig zu friedlich.»

Über seine Freizeit:

«Ich bin seit drei Jahren Musiker und mache sonst nicht viel anderes. Ich habe Moderationen für eine Fernsehsendung geschrieben und bin Teil einer Storytelling-Agentur. Alles mit Sprache mache ich gern.»

Über seinen leicht gemischten Dialekt:

«Das benutze ich manchmal zu meinem Vorteil. Wenn sich das solothurnische ‹es goht› nicht reimt, dann möglicherweise das berndeutsche ‹es geit›.»

Über Ü-30:

«Ich freue mich darüber, dass es an meinen Konzerten Leute hat, die älter sind als ich. Ich finde es schade, dass in der Schweiz viele Leute nach dreissig denken: ‹Rap ist ja für junge Leute, ich bin jetzt erwachsen, da muss ich Indie hören oder so was.›»

Über seinen Erfolg:

«‹Monbijou› ist bald auch auf der neuen ‹Bravo Hits› zu hören. Das war nicht gerade ein Ziel, aber cool ist es trotzdem!»

Manillios Single «Monbijou» aus dem kommenden Album «Kryptonit»:

(Video: Youtube/ManillioVevo)

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