Erfolgsgeschichte: «Ich habe 27 Kilogramm abgenommen»
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Erfolgsgeschichte«Ich habe 27 Kilogramm abgenommen»

Schritt für Schritt stellte Leserin Fabienne Mischler (23) ihr Leben um, bis sie ihr Normalgewicht erreichte. Doch die Veränderung soll weitergehen.

von
Salome Kern
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Vor drei Jahren wog Fabienne Mischler noch 90 kg. Sie realisierte damals, dass sie etwas ändern muss.

Vor drei Jahren wog Fabienne Mischler noch 90 kg. Sie realisierte damals, dass sie etwas ändern muss.

Fabienne Mischler
«Ich habe niemals gedacht, dass ich jemals im Fitnessstudio trainieren werde», erinnert sich die 23-Jährige. Langsam stellte sie ihr Leben um, ernährte sich besser und bewegt sich mehr.

«Ich habe niemals gedacht, dass ich jemals im Fitnessstudio trainieren werde», erinnert sich die 23-Jährige. Langsam stellte sie ihr Leben um, ernährte sich besser und bewegt sich mehr.

Fabienne Mischler
Heute ist Gewichtheben ihr Leben. «Wenn ich eine 20-kg-Hantel hochhebe, realisiere ich, wie viel ich auf den Rippen hatte.»

Heute ist Gewichtheben ihr Leben. «Wenn ich eine 20-kg-Hantel hochhebe, realisiere ich, wie viel ich auf den Rippen hatte.»

Fabienne Mischler

Frau Mischler, 2013 brachten Sie 90 Kilo auf die Waage. Wie sah Ihr Leben damals aus?

Ich habe mich kaum bewegt und sass, dem Klischee entsprechend, mit der Chips-Packung vor dem Fernseher. Häufig war ich unglücklich, zog mich zurück und wurde depressiv.

Wie kam das?

Ich habe als Kind erfolgreich Skirennfahren trainiert. Im Alter von zwölf Jahren habe ich aufgehört, aber gegessen, als würde ich noch Spitzensport betreiben. Ich kämpfte gegen Sekundenschlaf und erhielt die Diagnose Narkolepsie. Das wurde zu meiner Ausrede für die Faulheit.

Was hat Sie aufgerüttelt?

Meine Mutter hat sich Sorgen gemacht und mich zu einem Mentaltrainer geschickt. Der fragte: Was wäre, wenn du gesund und schlank wärst? Mir war bewusst, dass ich etwas ändern muss. Dann las ich einen Artikel zum Thema «Gesundheit beginnt im Kopf». So sagte ich mir: Ich bin gesund.

27 Kilogramm haben Sie abgenommen. Wie haben Sie das geschafft?

Dreimal pro Woche ging ich spazieren und setzte die Narkolepsie-Medikamente ab. Schritt für Schritt stellte ich mein Leben um. Ich hätte schneller abnehmen können, aber so erlebte ich den Jo-Jo-Effekt nicht.

Und dann haben Sie Ihre Ernährung umgestellt?

Essen ist für Übergewichtige mehr als nur Genuss – oft ist es eine Art Ausweg. Diesen Unterschied musste ich erkennen. Ich habe langsam Chips, Schokolade und Süssgetränke weggelassen.

Abnehmen bedeutet dranbleiben. Was hat Sie motiviert?

Es war motivierend, als die Ärzte sagten, dass ich keine Narkolepsie habe. Ich konnte Treppen gehen und fühlte mich fitter – auch im Kopf. Es geht nicht nur um das Äussere.

Wie fühlen Sie sich heute mit Normalgewicht?

Ich bin kritischer geworden. Manchmal sehe ich noch die dicke Fabienne und jedes überflüssige Fettpolster. Auch wenn ich mein erstes Ziel erreicht habe, bin ich noch weit davon entfernt, was ich möchte.

Was heisst das?

Ich möchte auf die Bühne der Schweizer Meisterschaft im Bodybuilding. Dafür gebe ich mir drei bis vier Jahre Zeit und arbeite mit dem Ernährungswissenschaftler Jürg Hösli zusammen.

Durch das starke Abnehmen haben die Brüste gelitten, im August haben Sie sich unters Messer gelegt. Hatten Sie nie Angst, dass das in einen ungesunden Körperkult kippen könnte?

Nein, die Operation war für mich. Früher hatte ich schöne, grosse Brüste und danach fühlte ich mich nicht mehr wohl. Auch im Bodybuilding sehe ich kein Problem: Es ist heftig, aber nicht ungesund.

Sie gehen offen mit Ihrer Geschichte um und teilen Sie im Internet.

Ich habe die Facebook-Seite zuerst für interessierte Freunde gemacht. Mit der Zeit hatte ich täglich bis zu 100 Nachrichten von Followern. Da merkte ich, dass ich Menschen motivieren kann und ihnen Mut mache.

Wieso bieten Sie Personal Training, Online-Coaching und Gruppentraining an?

Ich habe keine Ausbildung in dem Bereich. Aber ich weiss, wie es ist, so viel abzunehmen. Ich kann auch kleine Tricks geben, die jene, die immer schlank waren, nicht kennen.

Was raten Sie übergewichtigen Menschen?

Es gibt viele Anbieter, die Übergewichtige ausnützen. Keine Wunderpille und kein Shake macht ohne Anstrengung schlank. Ich möchte zeigen, dass das Leben lebenswerter wird, wenn man fitter ist.

Fabienne Mischler war eine der fleissigsten Mitstreiterinnen der Sixpack-Challenge von 20 Minuten. Heute - 14 Monate später - führt sie noch immer die gemeinsame Facebook-Gruppe und hin und wieder treffen sich einige der Teilnehmer. Fabienne Mischler ist weiterhin aktiv unterwegs, doch konnte auch Creative Director Stefan Ryser, der die Sixpack-Wette gestartet hat, sein Gewicht halten?

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