Aktualisiert 11.11.2019 06:29

Mollis GL

«Ich habe alles verloren, was ich besitze»

Ein Brand hat das Berggasthaus Fronalpstock stark beschädigt. Der Besitzer verlor sein ganzes Hab und Gut. Aufgeben will er aber nicht.

von
mig
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Am frühen Samstagmorgen ist im Berggasthaus Fronalpstock ein Feuer ausgebrochen.

Am frühen Samstagmorgen ist im Berggasthaus Fronalpstock ein Feuer ausgebrochen.

Leser-Reporter
Mehrere Leser waren in der Nähe ...

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Leser-Reporter
... und hielten die Szenerie auf Bildern fest.

... und hielten die Szenerie auf Bildern fest.

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Am frühen Samstagmorgen ist im Berggasthaus Fronalpstock oberhalb von Mollis ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte den Brand trotz erschwerten Löscharbeiten im Verlaufe des Tages unter Kontrolle bringen. Das Berggasthaus wurde stark beschädigt und ist nun eine Brandruine.

Der Besitzer Christian Drescher war zum Brandzeitpunkt nicht im Haus. Er hat durch die Feuerwehr davon erfahren. Drescher sagt: «Ein Feuerwehrmann, den ich kenne, hat mich am Samstagmorgen angerufen und gesagt, das Haus stehe in Vollbrand. Zuerst dachte ich, er macht einen Spass mit mir.» Rasch habe er aber gemerkt, dass es kein Spass ist. Sofort habe er sich auf den Weg zu seinem Haus gemacht.

Das Feuer war von weiter Ferne zu sehen. (Video: Leser-Reporter)

Schock noch nicht verdaut

Am Sonntag kann Drescher noch nicht glauben, dass sein Berggasthaus abgebrannt ist. Er sagt: «Ich funktioniere zwar, aber fühle mich leer und bin mit den Gedanken abwesend. Durch den Brand habe ich alles verloren, was ich besitze.» Sein ganzes Hab und Gut sei im Haus gewesen. Kleider besitze er nur noch die, die er gerade trage.

Zerstört worden sind auch diverse Kunstobjekte. Darunter sind über 250 Jahre alte Tische, alte Tresore und eine Gefängnistüre von einem Gefangenenschiff. «Ich habe all diese Sachen weltweit ersteigert und in das Haus auf der Alp bringen lassen. Es sind alles Unikate», so der Besitzer des Berggasthauses. Er schätzt den Wert auf mehrere 100'000 Franken. Die Freude über jedes ersteigerte Objekt sei gross gewesen, nun seien alle zerstört.

Blick nach vorne gerichtet

Trotz des Brandes will Drescher nicht aufgeben. Seit rund zwei Jahren ist er Besitzer des Berggasthauses. Seit einem Jahr wohnte er dort. Sanierungsarbeiten waren in vollem Gange. Nun steht er vor einem Neuanfang. Drescher gibt sich kämpferisch: «Es gilt, von der Ruine Abschied zu nehmen und wieder alles aufzubauen. Aufgeben kommt nicht in Frage.»

Bei den Löscharbeiten war auch ein Helikopter im Einsatz. (Video: Christian Drescher)

Auch wenn es ihm psychisch schlecht geht, hat er den Humor nicht verloren. Drescher erinnert daran, dass es jetzt gar kein WC mehr am Berg habe. Vor gut einem Monat wurde bekannt, dass viele Berggänger auf der Fronalp vergeblich eine Toilette suchen und deswegen im noch nicht geöffneten Berggasthaus ihr Geschäft erledigen wollten.

Ermittlungen zum Brand laufen

Die Brandursache ist noch unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Auch die Summe des Sachschadens sei noch Gegenstand der Ermittlungen, heisst es bei der Kantonspolizei Glarus.

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