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Spinnen-Alarm«Ich habe Angst, dass sie mir ins Gesicht springt»

Wir wollten wissen, woher die Angst vor Spinnen kommt. Neben eindrücklichen Beschreibungen des Ekels und Berichten aus einem früheren Leben waren auch ein paar ernst gemeinte Erklärungsversuche dabei.

von
viw

Warum fürchten sich viel mehr Menschen vor einem ausgesprochen kleinen und in den meisten Fällen völlig ungefährlichen Tier wie der Spinne statt zum Beispiel vor Hunden, die dem Menschen rein theoretisch einen viel grösseren Schaden zufügen könnten? Diese Frage stellten wir unseren Lesern und als Antwort bekamen wir zahlreiche Erklärungsversuche.

Vor allem aber versuchten viele Betroffene, die Angst zu konkretisieren, greifbar zu machen für die Personen, die das Gefühl nicht kennen. So zum Beispiel J.R.: «Ich habe Angst, dass dieses Viech - egal wie klein - plötzlich auf meiner Haut ist oder sogar im Mund und dieser Gedanke löst Panik bei mir aus.» Auch bei Dr. Spidermann läuft sofort ein Film vorm inneren Auge ab: «Der erste Gedanke bei mir ist meistens, wie sie mir ins Gesicht springt. Oder ins Ohr krabbelt.»

Besonders verbreitet ist die Angst, dass die Spinnen nachts aus ihren Löchern kommen und zu den Menschen ins Bett krabbeln. Schuld daran ist eine Anekdote, die unter anderen Fabienne Schwarz kennt: «Ich habe mal irgendwo gelesen, dass ein Mensch durchschnittlich im Leben 6 bis 8 sehr grosse Spinnen während des Schlafs isst und über 100 kleine Spinnen!»

Weg von den Gefühlen, hin zu den Erklärungen

Leser Hans Meier glaubt, dass die Spinnen-Phobie vererbbar und damit angeboren ist: «Meine Geschäftspartnerin hatte furchtbare Angst vor Spinnen. Deren Vorfahre, vielleicht der Urgrossvater, muss von einer giftigen Spinne gebissen worden sein, der Biss war aber nicht tödlich. Aus Experimenten (Tierversuchen mit Fischen) weiss man, dass sich solche Vorgänge in die Gene einbrennen.»

Doch steckt die Phobie wirklich im Blut? Andere glauben viel mehr, dass es eine Erziehungsfrage ist. So zum Beispiel Nubo: «Die Wurzel von dieser Angst liegt in der Erziehung. Kleine Kinder haben keine Angst vor Insekten, sondern spielen oft mit ihnen, wenn sie eines erwischen. Da aber Mütter oft sofort reagieren und die Kinder wegziehen, oftmals selber noch panisch überreagieren, überträgt sich diese Reaktion auf das Kind. Das Baby lernt: Achtung Spinne! Das bleibt im Unterbewustsein hängen.»

Was unterscheidet die Spinne vom Käfer?

Noch immer leuchtet aber nicht ein, warum unter der Gruppe der Kleintiere ausgerechnet die Spinne so viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Einige Leser stellen die Theorie auf, dass es die Andersartigkeit ist. Je deutlicher sich ein Wesen vom Menschen unterscheidet, desto mehr Angst verursacht es. Vor allem auch die ruckartigen und unberechenbaren Bewegungsmuster der Spinne sehen viele als Ursache der Angst.

Noch etwas genauer ist die Erklärung von Nadia Christen: «Das ist neurologisch bedingt. Der Mensch kann drei Gegenstände mit nur einem ganz kurzen Blick erfassen. Er muss nicht zählen, um zu wissen, dass es drei sind. Das funktioniert auch bei einem oder zwei Dingen, nicht jedoch bei vier. Dasselbe gilt für Beine. Da Insekten auf jeder Seite drei Beine haben, kann unser Gehirn dieses innert kürzester Zeit erfassen. Die Spinne mit ihren vier Beinen pro Seite jedoch, wird vom Gehirn nicht gleich verstanden. Daraus resultiert ein - je nach Person - grösserer oder kleinerer Schreck.»

Jeder hat eine andere Erklärung

Damit nicht genug, unsere Leser halten noch weitaus mehr Erklärungen bereit. Diese können Sie alle im Anschluss an diesen Text lesen. Geraldine bewies mit ihrer Erklärung am meisten Kreativität, weshalb diese zum Abschluss noch hervorgehoben werden soll: «In einem meiner früheren Leben, vor ein paar Hundert Jahren, wurde ich in einen Keller eines Schlosses eingesperrt und dort von Spinnen aufgefressen. Die Phobien nimmt man von einem früheren Leben mit.»

Frage, Fragen, Fragen

Warum trinken im Flugzeug so viele Passagiere Tomatensaft? Warum geht bei manchen Menschen der Bauchnabel nach innen, bei anderen aber nach aussen? Oder woher kommt eigentlich die Redewendungen «etwas den Garaus machen»? Über welche Dinge des Alltags haben Sie sich schon immer gewundert? Für welches Phänomen hätten Sie gerne eine Erklärung? Mailen Sie Ihren Vorschlag mit dem Betreff «1001 Fragen» an community@20minuten.ch.

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