Aktualisiert 09.12.2013 09:34

Doktor Sex

«Ich habe Angst vor einer Blamage beim Sex»

Naomi ist Single. Eigentlich möchte sie sich mit Jungs treffen und auch Sex haben. Aber ihre Unerfahrenheit im Umgang mit unbeschnittenen Penissen hindert sie daran.

von
wer
Ängste und Unsicherheiten wirken sich oft negativ auf den Sex aus. (Symbolbild: Colourbox.com, Dmitriy Raykin)

Ängste und Unsicherheiten wirken sich oft negativ auf den Sex aus. (Symbolbild: Colourbox.com, Dmitriy Raykin)

Frage von Naomi (20) an Doktor Sex: Ich hatte fünf Jahre lang einen Freund, dessen Penis beschnitten war. Seit sechs Monaten sind wir getrennt und nun möchte ich wieder Jungs treffen. Ich habe aber Angst davor, mich zu blamieren, falls es zum Sex kommen sollte, denn ich wüsste nicht, wie mit einem unbeschnittenen Penis umgehen. Muss man die Vorhaut nach hinten schieben? Sind unbeschnittene Männer gleich empfindlich? Und was muss ich beim Oralsex beachten?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Naomi

Wegen der Vorhaut brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Sie lässt sich beim steifen Penis problemlos und ohne Schmerzen für den Mann über die Eichel vor- und zurückschieben. Sollte dies nicht der Fall sein, läge eine Vorhautverengung, Phimose genannt, vor. Diese müsste ärztlich behandelt werden. Eine solche wird aber in der Regel bereits im Jugendalter festgestellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du diesem Phänomen begegnen wirst, ist daher sehr gering.

Die Vorhaut schützt die Eichel und hat einen Einfluss auf deren Empfindlichkeit. Wird sie entfernt, kann sich dies auf das sexuelle Erleben des Mannes auswirken. Es ist daher möglich, dass ein unbeschnittener Mann sensibler auf Berührungen der Eichel reagiert, als du es von deinem Exfreund gewohnt bist. Dies könnte beim Oralsex und bei der manuellen Stimulation des Penis für dich gewöhnungsbedürftig sein. Da ein Mann seine Vorlieben und Abneigungen im Umgang mit seinem Schwanz aber bestens kennt, wird er dir sicher gerne sagen, wie und wo du diesen berühren und stimulieren sollst.

Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit etwa 30 Prozent der Männer beschnitten sind. Weit verbreitet ist die Zirkumzision in Nord- und Westafrika, im Mittleren Osten und in Zentralasien. Die Entfernung der Vorhaut wird in diesen Ländern hauptsächlich aus religiösen und kulturellen Gründen vorgenommen. In Nordamerika, Neuseeland und Europa kam das Skalpell in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts - primär als Gesundheitsvorsorge - zum Grosseinsatz. Während in den USA immer noch sehr häufig beschnitten wird, leben in der Schweiz maximal fünf Prozent der Männer ohne Vorhaut. Den meisten von ihnen wurde die Kapuze aus medizinischen Gründen entfernt, also zum Beispiel wegen einer Vorhautverengung oder aufgrund wiederkehrender Entzündungen an der Eichel.

Beschnittene Männer profitieren von einer verbesserten Hygiene und einer geringeren Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten. Studien zufolge senkt eine Zirkumzision bei der Partnerin zudem das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Und auch das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken, ist offenbar niedriger als bei unbeschnittenen Männern.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.