Matchwinner Michael Lang: «Ich habe aus Respekt auf den Torjubel verzichtet»
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Matchwinner Michael Lang«Ich habe aus Respekt auf den Torjubel verzichtet»

Der FC Basel holt aus den ersten beiden Partien der neuen Meisterschaft das Punktemaximum und steht schon wieder an der Spitze der Super-League-Tabelle.

von
E. Tedesco

Der FCB gewinnt auswärts bei GC 3:2. Den entscheidenden Treffer erzielte ausgerechnet Michael Lang gegen seine ehemalige Mannschaft. (Video: 20 Minuten)

Ein letzter banger Moment. Ein tiefer Schnaufer und dann war der zweite Sieg im zweiten Spiel der Saison für den neuen FCB-Trainer Urs Fischer Realität. 3:2 hat Rotblau gegen GC Sekunden vor Schluss im Letzigrund geführt und Ref Alain Bieri schon die Pfeife an die Lippen angesetzt, um die Parte zu beenden, als sich Yoric Ravet ein Herz fasste und den Ball in Richtung FCB-Tor spedierte. Der GC-Flügel traf - aber die Latte.

Der Meister hat mit sechs Punkten aus 2 Partien sein Soll erfüllt, das er sich vor dem ersten internationalen Auftritt auferlegt hat. Zwei gute Spiele zu absolvieren und möglichst positiv in die neue Saison starten, lautete die Devise, ehe Rotblau in die Qualifikation für die Champions League einsteigt. Das ist in vier Tagen der Fall: Der FCB-Tross reist am Dienstag nach Polen, wo er am Mittwoch (20.45 Uhr) in der 3. Qualirunde auf Lech Posen trifft.

Mitten ins GC-Herz

Den internationalen Auftritt vor Augen stellte Fischer seine Mannschaft im Vergleich zum Saisonauftakt gegen Vaduz (2:0) auf fünf Positionen um. Neben Behrang Safari, Luca Zuffi und Zdravko Kuzmanovic, die den Weg in die Startelf gefunden haben, kamen zudem Birkir Bjarnason und Marc Janko (gleichzeitig Torschütze zum 2:2-Ausgleich) zu ihrem Pflichtspieldebüt.

Matchwinner für den FCB war aber ein im Schweizer Fussball Altbekannter. Und ausgerechnet einer, der vier Jahre bei den Hoppers gespielt und in der letzten Saison noch das blauweisse Dress getragen hat. In der 68. Minute traf Michael Lang beim Stand von 2:2 zum Siegtreffer und seinen ehemaligen Klub mitten ins Herz. Und noch dazu vor der GC-Kurve, die ihn schon während der gesamten Partie mit Pfiffen eingedeckt hat. Der 9-fache Schweizer Internationale bleib aber fair und verzichtete auf einen Torjubel.

Nur im Stillen gefreut

«Ich bin froh, dass ich das Tor erzielen konnte, aber aus Respekt gegenüber den GC-Fans habe ich auf den Torjubel verzichtet», sagt Lang nach dem Spiel. «Ich habe sicher kein schlechtes Gewissen, denn dann wäre ich im Sport am falschen Ort. Ich habe mich einfach im Stillen für mich gefreut. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass ich das erste Aufeinandertreffen mit meinen ehemaligen Kollegen hinter mir habe.»

Das erste Spiel nach einem Klubwechsel sei schon immer etwas ganz Spezielles. Das habe er auch schon so empfunden, als er nach seinem Abgang von St. Gallen zu GC mit den Zürchern erstmals auf die Ostschweizer getroffen war. «Ich glaube, beim nächsten Mal im Letzigrund wird wieder mehr Normalität einkehren.»

Trotz Siegtreffer und Sieg war Lang mit der Leistung über weite Strecken nicht zufrieden. «Wir hatten wieder einige neue Spieler auf dem Platz und die Abstimmungen sind noch nicht ganz optimal», so Lang. Der Zuversicht für den Mittwoch und die CL-Qualifikation tut dies keinen Abbruch. «Wir sind zuversichtlich, denn sonst müssten wir gar nicht erst ins Flugzeug steigen.»

Nach dem Spiel ist vor der CL-Qualifikation

«Es ging darum, dass wir den Spielern Minuten geben, denn am Schluss brauchen wir alle», begründet Fischer die Umstellungen im Vergleich zum Startspiel vor einer Woche. «Wir sind Risiken eingegangen, aber es war in Hinsicht auf den Mittwoch eben auch wichtig, dass diese Spieler in den Rhythmus kommen.»

Fischer: «Ich habe die drei Spiele gesehen, die Lech Posen bisher bestritten hat. Das ist eine eingespielte Mannschaft und wird ein ganz harter Brocken. Wir werden ganz sicher zweimal unser ganzes Potenzial voll ausschöpfen müssen. Aber wir wollen eine Runde weiterkommen und das ist klar unser Ziel.»

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