Breel Embolo hat «aus Respekt gegenüber Kamerun» nicht gejubelt

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Nati-Torschütze Embolo«Ich habe aus Respekt gegenüber Kamerun nicht gejubelt»

Sein Tor zum 1:0-Sieg ist für die Nati Gold wert – und für Breel Embolo umso besonderer: Er traf gegen sein Geburtsland. Das sagte der Knipser nach dem WM-Auftakt.

von
Lucas Werder
(aus Doha)
Tobias Wedermann
(aus Doha)
Breel Embolo erlöst die Nati

Nach toller Vorarbeit von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nutzt Breel Embolo die Chance und bringt die Schweiz gegen Kamerun mit 1:0 in Front.

(Video: SRF)

Darum gehts

  • Breel Embolo avancierte im ersten WM-Spiel gegen Kamerun zum grossen Nati-Matchwinner.

  • Der gebürtige Kameruner jubelte aus Respekt vor seinem Ursprungsland absichtlich nicht.

  • Der 25-jährige Offensivspieler: «Natürlich freue ich mich innerlich sehr über mein Tor.»

Auch wenn Yann Sommer nach dem 1:0 gegen Kamerun die offizielle «Man of the Match»-Trophäe mit ins Teamhotel nehmen durfte, war eigentlich Breel Embolo der Mann des Spiels im Al-Janoub Stadium. Mit seinem Treffer in der 48. Minute sorgte der Stürmer in einer knorzigen Partie doch noch für einen gelungenen Schweizer WM-Auftakt – ausgerechnet gegen jenes Land, in dem er vor 25 Jahren geboren wurde.

«Jetzt sage ich es dann zum hundertsten Mal, dass es ein spezielles Spiel ist», hatte Embolo schon vor der Partie gesagt. Nach seinem Tor gegen Kamerun musste er sich trotzdem wieder genau den Fragen über sein Geburtsland stellen. «Ich habe immer betont, wie nahe mir dieses Spiel geht. Aber auch, wie glücklich ich bin, dass ich für die Schweiz spielen darf.»

Akanji wollte «nicht die Show stehlen»

Zum Jubeln war Embolo nach seinem dritten Treffer im dritten Nati-Spiel in Serie aber trotzdem nicht zumute. «Natürlich freue ich mich innerlich sehr über mein Tor», sagte der Monaco-Stürmer nach dem WM-Auftakt. «Ich habe mich aber aus Respekt entschieden, nicht zu jubeln.» Es sei ein sehr emotionaler Moment gewesen.

Das wussten auch seine Nati-Teamkollegen. «Wenn er es sich hätte erträumen können, wäre es wohl genau so herausgekommen», sagte Manuel Akanji. «Es freut mich unglaublich für ihn. Hat allein gegen zwei Verteidiger ein sehr gutes Spiel gemacht.» Er habe kurz vor der Pause seine Kopfball-Chance deshalb absichtlich vergeben, scherzte Akanji. «Ich wollte Breel nicht die Show stehlen.»

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Nach dem knorzigen 1:0-Sieg gegen Kamerun ist die Hauptsache: Drei Punkte! Das sind unsere Noten zum Spiel.

Nach dem knorzigen 1:0-Sieg gegen Kamerun ist die Hauptsache: Drei Punkte! Das sind unsere Noten zum Spiel.

AFP
Yann Sommer – Note: 5
Die Schweizer Nummer eins zeigte sich nach ihrer Verletzung wieder in Topform, wie von Yakin versprochen. Sicherer Rückhalt und hielt alles, was es zu halten galt.

Yann Sommer – Note: 5
Die Schweizer Nummer eins zeigte sich nach ihrer Verletzung wieder in Topform, wie von Yakin versprochen. Sicherer Rückhalt und hielt alles, was es zu halten galt.

AFP
Silvan Widmer – Note: 5
Machte einen soliden Job, schaltete sich auch immer wieder in die Offensive ein, wie von ihm gewohnt. Rettete in der ersten Halbzeit in extremis wenige Meter vor dem Tor.

Silvan Widmer – Note: 5
Machte einen soliden Job, schaltete sich auch immer wieder in die Offensive ein, wie von ihm gewohnt. Rettete in der ersten Halbzeit in extremis wenige Meter vor dem Tor.

Getty Images

Stolzer Captain Granit Xhaka

Auch Granit Xhaka strich die Leistung seines Teamkollegen in der Offensive heraus. «Der Fussball schreibt einfach seine eigenen Geschichten. Bei mir war es gegen Serbien (Anm. d. Redaktion: Kosovo war bis 2008 politisch Teil von Serbien) vor vier Jahren ja ähnlich», sagte der Nati-Captain. Er wisse selber, wie es sei, gegen das Land seiner Wurzeln zu spielen: «Breel war immer ruhig und ich hab Respekt davor, dass er nicht gejubelt hat.»

Zu welch wichtigem Baustein sich Embolo in den vergangenen Monaten unter Murat Yakin entwickelt hat, strichen nach dem Sieg gegen Kamerun auch seine Nati-Kollegen hervor. «Er ist dann für uns da, wenn wir ihn brauchen», fasste Yann Sommer knapp zusammen. Gegen Topfavorit Brasilien (17 Uhr) wird das am Montag erneut der Fall sein.

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