Aktualisiert 11.06.2018 09:05

Mike Müller zum «Bestatter»-Ende

«Ich habe darauf gedrängt, dass es passiert»

Nach sechs Jahren und sieben Staffeln stellt SRF die Krimi-Serie «Der Bestatter» ein. Hauptdarsteller Mike Müller (54) begrüsst den Entscheid.

von
Martin Fischer

Mike Müller, haben heute Morgen schon viele Freunde angerufen oder SMS geschickt?

Nein, es war wohl noch zu früh.

2019 erscheint die letzte Staffel von «Der Bestatter». Wie kam es zum Entscheid?

Ich hatte schon vor drei Jahren mal gesagt: Man müsste sich überlegen, wie lange «Der Bestatter» noch weitergehen soll. Der Sender wollte aber noch nicht aufhören. Das ist ja klar, warum soll er ohne Not ein funktionierendes Format absetzen?

Warum waren Sie der Ansicht?

Ich finde, es gehört dazu, wenn man eine Serie macht, dass man sich fragt, was die Halbwertszeit dieser Auslegung ist. Ein ehemaliger Polizist, der als Bestatter arbeitet und immer ein bisschen rumschnüffelt – wann hat sich das erschöpft? Ich kenne das auch von allen anderen Serien, die ich schaue. Irgendwann ist eine Serie vorbei.

Wie stark waren Sie in die Entscheidung involviert?

Das SRF ist kein grosser Sender. Ich bin da natürlich im Austausch mit dem Bereichsleiter Urs Fitze und der Produzentin Bettina Alber. Im Winter machen wir gern Spaziersitzungen, da reifen dann die strategischen Entscheide.

Mike Müller steht zurzeit mit Viktor Giacobbo für das Programm «Giacobbo/Müller in Therapie» auf der Bühne.

Giacobbo/Müller können nicht ernst bleiben

In zwei Wochen arbeiten Viktor Giacobbo und Mike Müller wieder zusammen. In einem neuen Bühnenprogramm blicken sie auf ihre erfolgreiche TV-Sendung zurück.

Dann ist der Entscheid, den «Bestatter» zu beenden, diesen Winter auf einem Spaziergang gefallen?

Nein, schon früher.

Wie geht es für Sie weiter? Stehen neue Projekte mit dem SRF an?

Ich freue mich jetzt darauf, die letzte Staffel umzusetzen. Da geben wir vier Monate Vollgas.

Keine Angst vor dem Ende?

Es ist für mich kein Schock. Ich wusste immer, dass «Der Bestatter» irgendwann vorbei sein würde. Ich habe auch darauf gedrängt, dass das zeitig passiert.

Hat Ihrer Meinung nach die No-Billag-Initiative die Entscheidung beeinflusst?

Überhaupt nicht. Serien zu konzipieren und zu produzieren und sie dann irgendwann einzustellen, um für Neues Platz zu machen, hat mit der Initiative nichts zu tun.

Gibt es ein Traumprojekt, das Sie gern angehen würden?

Bei mir war so viel los in letzter Zeit. Am liebsten hätte ich mal drei Tage frei, um Texte zu lernen, in aller Ruhe. (lacht)

Rückblickend: Welchen Fall fanden Sie von allen Staffeln den besten?

Die fünfte Staffel war die kompakteste. Da hat der übergeordnete Fall richtig gut funktioniert. Aber perfekt war auch da nicht alles. Ich sehe, gerade bei mir, ohnehin immer nur die Fehler – Kompromisse, die ich gemacht habe, oder eine Einstellung, die fehlt.

Was haben Sie gelernt aus der Arbeit am Bestatter?

Gute Vorbereitung ist alles, bei einer Serie erst recht.

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