St. Gallen : «Ich habe den Kater auf Diät gesetzt. Das machte ihn ruhiger»
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St. Gallen «Ich habe den Kater auf Diät gesetzt. Das machte ihn ruhiger»

Die Story über einen Kater, der in seinem Quartier für Unruhe sorgt, hat zahlreiche Kommentare ausgelöst. Bei Experten heisst es, dass Bengalkatzen viel Beschäftigung benötigen, um bei Laune gehalten zu werden.

von
Leo Butie
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Kito, der Bengalkater, sorgt in seinem Quartier für Ärger. 

Kito, der Bengalkater, sorgt in seinem Quartier für Ärger.

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Zahlreiche Leser berichten auch von temperamentvollen Bengalkatzen. 

Zahlreiche Leser berichten auch von temperamentvollen Bengalkatzen.

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Andere nehmen die Halterin in Schutz und sind verärgert, wie der Hauswart mit der Situation umgegangen ist. 

Andere nehmen die Halterin in Schutz und sind verärgert, wie der Hauswart mit der Situation umgegangen ist.

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Darum gehts

  • Der St. Galler Bengalkater Kito hat für viele Reaktionen gesorgt.
  • Viele Leser bestätigen, dass die Rasse für Probleme sorgen kann.
  • Laut Experten sind Bengalkatzen aktiver als normale Hauskatzen.
  • Mit viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit sind sie aber problemlos zu halten.

Kater Kito, der in seiner Nachbarschaft in einer St. Galler Wohnsiedlung für Aufregung sorgt, hat dies auch in den Kommentaren getan. «20 Minuten» hatte berichtet, wie gegen das Tier sogar Unterschriften gesammelt wurden. In den Kommentaren berichten zahlreiche Leser von anderen Bengalkatzen, die ebenfalls ziemlich wild seien. «Unser Nachbar hat sich auch zwei Bengalkatzen zugelegt, und eine der beiden ist extrem dominant. Dies führte so weit, dass unsere Freigänger nicht mehr ins Freie wollten», schreibt etwa ein Leser. «Wir haben in Zürich dieselben Probleme. Mit dem Unterschied, dass die Verwaltung nicht reagiert. Stress ohne Ende! Bengalen gehören nicht in Wohnquartiere», schreibt ein anderer. «Ein Bengale sollte nicht frei draussen sein, sie sind Jäger und können wirklich auch mal zu fest zupacken», heisst es weiter.

Ein anderer Leser gibt Tipps, wie man die Tiere bändigen kann. «Was ich aber gemerkt habe, ist, dass man die Aggressivität ein bisschen mit dem ‹Kampfgewicht› regulieren kann. Ich habe den Kater auf Diät gesetzt. Nach ein paar Monaten kam er auch mit der einen oder anderen Schramme nach Hause, und von da an wurde er merklich ruhiger.»

Wilde Vorfahren

Dass Bengalkatzen aktiver sind als normale Hauskatzen, bestätigt auch Beat Bähler, der selbst Bengalkatzen züchtet. Diese stammen aus einer Kreuzung zwischen der asiatischen Leopardenkatze und der Hauskatze. «Wir züchten seit 20 Jahren, und das ‹Wilde› ist bei den Bengalkatzen nun fast verschwunden», sagt Bähler gegenüber 20 Minuten. Ob eine Katze sehr temperamentvoll sei, liege auch an der Aufzucht. «Das Benehmen der Katze ist abhängig von der Sozialisierung beim Züchter während den ersten Lebensmonaten. Die Rasse ist dabei eher zweitrangig. », so der Züchter. Die Bengalkatze braucht viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Darum ist es sehr empfehlenswert, zwei Katzen ungefähr im gleichen Alter zu halten.

Dass sie beschäftigt werden müssen, bestätigt auch die Winterthurer Tierpsychologin Katharina Aeschimann von Animalsoul und Vorstandsmitglied von Vieta. «Ungefähr 80 Prozent der Rassekatzenhalter, die sich wegen Miauen, Unsauberkeit oder sonstigen Auffälligkeiten an mich wenden, sind Bengalkatzenbesitzer», sagt Aeschimann. Aktivitäten, die vor allem den Kopf und nicht nur den Körper fordern, seien notwendig bei dieser Rasse. Futtersuche oder Clicker-Training seien beispielsweise sinnvolle Übungen. «Ansonsten sind die Katzen unterbeschäftigt», stellt Aeschimann fest. Halter, die mit ihren Haustieren überfordert seien, könnten sich an Vieta.ch wenden.

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