Palin-Ente: «Ich habe die Leute von Al JaJizzraa getroffen»
Aktualisiert

Palin-Ente«Ich habe die Leute von Al JaJizzraa getroffen»

Zu gut, um wahr zu sein: Ein Satire-Magazin vermeldet, Sarah Palin habe nach ihrem Rausschmiss bei Fox News einen neuen Job bei Al Jazeera. Die Washington Post ist darauf hereingefallen.

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kri
Seit der Wiederwahl von Barack Obama verzichtet Fox News auf die Dienste von Sarah Palin. (Bild: Fox News)

Seit der Wiederwahl von Barack Obama verzichtet Fox News auf die Dienste von Sarah Palin. (Bild: Fox News)

Satire ist nicht jedermanns Sache. So vermeldete die iranische Nachrichtenagentur Fars im September 2012, dass ländliche weisse Amerikaner eher Ahmadinedschad als Obama wählen würden. Die Quelle war eine Geschichte des Satire-Magazins «The Onion». Selbst ungleich angesehenere Publikationen sind gegen solches Ungemach nicht gefeit: Am Dienstag musste die «Washington Post» berichtigen, nachdem sie einer Ente über Sarah Palin aufgesessen war.

Das Thema der Geschichte wäre eigentlich gewesen, wie der einstige Star der Tea Party nach ihrem Rausschmiss beim Nachrichtensender Fox News weiter um einen Platz in den Schlagzeilen kämpft. Dazu schien eine sensationelle Meldung des Magazins «The Daily Currant» perfekt zu passen: «Nur wenige Wochen nach ihrem Abgang bei Fox News hat sich Sarah Palin aufgerappelt und bei Al Jazeera America als Moderatorin unterschrieben.»

«George W. Bush wählte aus Versehen Obama»

Deutliche Signale, dass es sich hier um Satire handelt, hätte es zuhauf gegeben: Zum Beispiel dieses Palin-Zitat in besagter Meldung: «Wie ihr alle wisst, bin ich kein grosser Fan von Zeitungen, Journalisten, Nachrichtensprechern und den linken Medien. Aber ich habe die Leute von Al JaJizzraa (sic) getroffen und sie haben mir gesagt, dass sie Millionen gläubiger Zuschauer haben, die kein CBS oder CNN schauen. Das heisst für mich, dass sie nicht linkslastig berichten.»

Weiter unten kommt der ehemalige US-Vize-Präsident Al Gore zu Wort, der gelegentlich als Experte bei Al Jazeera auftritt. Er verwies auf den Umstand, dass der Emir von Katar den Sender finanziert: «Das Ölgeld stellt sicher, dass man einen guten Zapfen hat.» Auch die Anreisser anderer Geschichten von «The Daily Currant» hätten misstrauisch stimmen sollen: «Facebook verlangt neuerdings Geld für das Löschen von Fotos». Oder «George W. Bush wählte aus Versehen Obama».

So kam es zu folgender Berichtigung der «Washington Post»: «Eine frühere Version dieser Geschichte behauptete fälschlicherweise, dass Sarah Palin bei Al Jazeera America unterschrieben habe. Der Autor zitierte aus einer Meldung der Website «The Daily Currant» und realisierte nicht, dass es sich um ein Satirestück handelt.»

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