Singles im Lockdown: «Ich habe die Liebe meines Lebens verloren»

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Singles im Lockdown«Ich habe die Liebe meines Lebens verloren»

Heisse Dates sind während der Corona-Krise nicht möglich, darunter leiden vor allem Singles. 20-Minuten-Leser erzählen.

von
bsc

Claudios Freundin hat drei Tage vor dem Lockdown Schluss gemacht. Für ihn und andere Singles ist es keine einfache Zeit. (Video: B. Scherer / T. El Sayed)

Alle Bars und Restaurants sind geschlossen, ein Treffen mit Fremden für viele undenkbar: Für Singles ist die Corona-Krise eine harte Zeit. Denn wer jetzt allein ist, kann sich nicht einfach so zu einem Date verabreden. Manche fühlen sich deshalb einsam, andere geniessen die Zeit alleine. 20-Minuten-Leser erzählen von ihrem Single-Dasein im Lockdown:

Saskia, 24

«Ich bin Single und ganz zufrieden damit. Hätte ich einen Partner, könnten wir uns vielleicht nicht sehen und ich würde ihn vermissen oder es gäbe Streit und wir würden uns auseinanderleben. Als Single nutze ich die Coronakrise, um mir klar zu werden, was ich wirklich will im Leben. Wenn dann alles vorbei ist, bin ich bereit für den Richtigen!»

Rosina, 27

«Als Alleinerziehende Mutter von einem Kleinkind fehlt gerade jetzt manchmal die stützende Hand eines Partners. Obwohl ich seit kurz nach der Geburt alleine bin, haben mir sonst immer Familie und Freunde geholfen. Da ich zur Risikogruppe gehöre, nehme ich mir den nötigen Abstand. Dabei habe ich viel Zeit, mir vorzustellen, wie das Leben mit einem Partner wäre. Aber ich will mich nicht aus Langeweile verlieben, sondern den Richtigen treffen.»

Philip, 49

«Ich bin sicher, dass ich es zurzeit als Single besser habe. Denn ich habe keine Streitigkeiten wegen kleinem Krimskrams, keinen Beziehungsstress und kann tun, was ich will, ohne schlechtes Gewissen. Natürlich fehlt mir körperliche Nähe, aber ehrlich gesagt geht es es eine gewisse Zeit auch ohne Nähe. Ich habe viel Zeit zum Nachdenken und mir wird dabei viel bewusst. Darum geniesse ich diese stressfreie Zeit.»

Selina, 30

«Mir fehlen die sozialen Kontakte extrem. Über Facetime kann das nicht wirklich kompensiert werden. Vor allem fehlt es mir, dass ich am Wochenende nicht ausgehen und etwas erleben kann. Zum Glück arbeite ich nicht im Homeoffice, somit habe ich unter der Woche Kontakt zu Anderen: Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal gerne arbeiten gehen würde!»

Anna, 38

«Eigentlich geht es mir nicht anders als sonst. Der Dating-Wahnsinn könnte durch die Krise aber vielleicht weniger oberflächlich werden. Jetzt kann man sich durch Schreiben und Telefonieren zuerst besser kennenlernen. Dennoch vermisse ich gerade meinen Exfreund deutlich mehr. Denkt er noch an mich? Vermisst er mich auch? Fragen, die in so einer Situation verstärkt da sind und unbeantwortet bleiben werden. Und eine Leere hinterlassen.»

Marc, 60

«Kurz vor der Krise hatte ich beschlossen, beim Tanzen jemanden kennenzulernen. Doch dann kam der Lockdown. Und nun kann ich nicht mal mehr ein paar Mal pro Woche tanzen gehen wie sonst. Die Zeit ist hart!»

Claudio, 36

«Die Liebe meines Lebens hat mich drei Tage vor dem Lockdown verlassen. Es war frustrierend, ich bin aus allen Wolken gefallen. Jetzt kann ich mich nicht wirklich ablenken, das ist hart. Dass ich als Personaltrainer derzeit auch nicht arbeiten kann, macht die ganze Situation fast unerträglich für mich.»

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